Schwiegermonster und Apfelträume

Posted on Juni 29, 2015

Apfelkuchen

Ich hatte das vergangene Wochenende über die Ehre, meine Schwiegereltern zu beherbergen. Und jetzt bin ich urlaubsreif. Ehrlich. Jedes Mal, wenn es heißt, die Eltern meines Mannes kommen zu Besuch, gerate ich in absolute Alarmbereitschaft. Weiß der Teufel, warum, denn es ist nicht so, als würde ich mich mit ihnen nicht verstehen – ganz im Gegenteil! – aber irgendwie mutiere ich dann immer zu Madame Perfect. Grausam sag ich euch. Es wurde gebügelt (mache ich sonst so gut wie nie xD), poliert, gewischt.. so lange, bis das Hotel Madame Lustig bezugsbereit war.

Und wie es sich für so einen “hohen” Besuch gehört, gab es natürlich auch selbst gebackenen Kuchen und das war eine gewaltige Herausforderung für mich. Ich habe zwar schon immer viel und gerne gebacken, aber noch nie in einem Umluftherd. Diesen haben wir erst seit gut einem Monat und mir ist schon das ein oder andere darin angebrannt, weil ich diese Speedy Gonzales Geschwindigkeit von meinem alten Backofen nicht gewohnt war.

Wird schon schiefgehen, dachte ich mir, und machte mich frohen Mutes daran, einen Apfelkuchen zu zaubern. Ihr habt jetzt bein Lesen des Beitrags ebenfalls Lust auf Apfelkuchen bekommen? Kein Problem: hier kommt das Rezept zum Nachbacken.



Für den Mürbeteig braucht ihr:

• 250gr Mehl
• 100gr Butter
• 150gr Zucker
• 1 Päckchen Backpulver
• 1 Ei

Für die Füllung benötigt ihr:
• Äpfel
• 100gr Zucker
• 3 Flaschen Rama Cremefine 7% zum Kochen
• 150ml Milch
• 2 Päckchen Vanillepuddingpulver

 

 

Sobald ihr euch alle Zutaten zusammengesucht habt, kann das große Backen auch schon losgehen. Als erstes vermengt ihr alle Zutaten für den Mürbeteig zu einem glatten Teig und verteilt diesen dann in einer Springform. Dazu nehmt ihr am besten eure Finger zur Hilfe und drückt den Teig so lange zurecht, bis er nicht nur den Boden der Form, sondern auch den Rand bedeckt. Danach stellt ihr die Springform erstmal ein bisschen in den Kühlschrank, damit der Teil wieder schön fest wird.

Während der Teig also im Kühlschrank zwischengelagert, ist genug Zeit, sich ans Äpfel schälen und schneiden zu machen. Eine genaue Anzahl von Äpfeln habe ich dafür übrigens nicht. Ich nehme gerade so viel, wie in die Springform passen. Das kann je nach Apfelgröße sehr variieren – mal sind es nur 6, ein anderes Mal dann 10 Stück.

Apfelkuchen

Nachdem die Äpfel in Scheiben geschnitten sind und ihr sie in die Form gegeben habt, geht es auch schon an den Vanillepudding für die Füllung. Dazu nehme ich immer 3 Flaschen Rama Cremefine zum Kochen 7% Fett (sind pro Flasche 250ml) und 150ml Milch (so habe ich die Cremigkeit von Sahne, muss aber nicht gaaaaanz so ein schlechtes Gewissen haben.). Bis auf ca 50ml bringe ich alles mit 100gr Zucker zum Kochen. Die restlichen 50ml nutze ich dafür, 2 Päckchen Puddingpulver darin klumpfrei zu verrühren, um es danach der kochenden Sahne-Milch-Mischung zuzufügen.

Apfelkuchen

Noch heiß kommt der Vanille-Sahne-Pudding über die Äpfel und dann wird das Ganze für 1Std bei 175°C in den Backofen geschoben. Im Falle eines Umluftherds bin ich mit 45 Minuten bei 160°C ganz gut gefahren. Sobald die gesamten vier Wände herrlich nach Kuchen riechen und euch im Backofen eine goldbraune Haut entgegen strahlt darf euer Leckerbissen aus dem Ofen.

Apfelkuchen

Auch, wenn es euch schwer fällt: probieren dürft ihr noch nicht! Bevor ist den Kuchen anschneidet, muss er erstmal komplett auskühlen, damit die Puddingmasse auch fest wird. Danach noch ein bisschen Puderzucker  oben drüber und violá. Fertig!


Mit diesem Kuchen habe ich dieses Wochenende die verwöhnten Gaumen meiner Schwiegereltern beglückt und – yippie!!! – es gab nichts zu meckern. Er war ihnen weder zu wenig noch zu viel gesüßt, nicht zu fest, nicht zu mächtig und dazu noch schön saftig. Punkt für die Schwiegertochter, yeah.

Bis auf “Ich esse aber keinen Nudelsalat” und “einmal Grillen reicht mir definitiv!” Gemecker verlief das Wochenende im Großen und Ganzen tatsächlich sehr ruhig für meinen Mann und mich. Es gab keine hitzigen Diskussionen über grundlegende Erziehungsfragen (was mich ja nun wirklich verwundert hatte), keine Beschwerden darüber, dass wir nicht um 18 Uhr, sondern um 19 Uhr Abendbrot essen und auch die Tatsache, dass ich keine Hausschuhe trage, blieb diesmal erstaunlicher Weise unkommentiert. Einzig unser Sohn dürfte sich leicht überknutscht gefühlt haben als Oma und Opa gestern Nachmittag die Segel strichen und Mama ihn dann ganz in Ruhe auf dem Rasen spielen ließ. Armer Spatz, hihi.

Bis August habe ich nun Zeit mich von dem Stress, den ich mir mal wieder selbst gemacht habe, zu erholen und dann geht alles von vorne los. Ob das jemals aufhört? Ich hoffe es. Mein Kopf beherbergt nämlich schon jetzt genug graue Haare und außerdem müsste ich ja wohl mittlerweile wissen, dass meine Schwiegereltern zwar gelegentlich meckrig sind und sich belehrend geben, aber nicht beißen! Ich werde es mir das nächste Mal in Erinnerung rufen.

8 Gedanken

  • Der Duft von Büchern und Kaffee Juni 29, 2015 at 15:18

    Hi :o)
    Ich habe gerade gesehen, dass du Mitglied auf meiner Seite geworden bist. Da musste ich doch gleich mal schauen, wer dahinter steckt. Sehr schöne Seite hast du hier. Ich musste bei dem Bericht gerade wirklich schmunzeln. Bei dem Apfelkuchen bekommt man gleich Appetit!
    Liebe Grüße
    Tanja :o)

    Antworten
  • Madame Lustig Juni 29, 2015 at 18:44

    Hallo Tanja!
    Schön, dass du zu uns gefunden hast. Ich hoffe, es gefällt dir hier. 🙂

    LG
    Madame Lustig

    Antworten
  • Ti.Ha. Juli 7, 2015 at 09:19

    Oha, was seh ich da jetzt erst … mal schauen was meine Küche so hergibt… will jetzt Apfelkuchen 😛

    Antworten
  • Madame Lustig Juli 7, 2015 at 11:58

    Hihi, dann mal gutes Gelingen und guten Appetit, liebe Ti.Ha. xD

    Antworten
  • Ti.Ha. Juli 9, 2015 at 20:18

    DA ich keine Sahne da hatte, war nur Pudding zwischen den Äpfeln, war auch lecker 🙂

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  • Madame Lustig Juli 15, 2015 at 07:04

    Freut mich, dass es dir geschmeckt hat! 😀

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  • Janna | KeJas-BlogBuch Februar 18, 2018 at 11:50

    Sorry, aber erstmal musste ich schmunzeln über deine Einstiegsworte! 😀

    Und noooomnomnom! Definitiv was für mich! Schade das ich gerade nicht weiß wo, hab aber ein super tolles Rezept um Pudding selbst zuzubereiten und auf solch eine Fertigpackung verzichten zu können – so lecker!

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    • MadameLustig Februar 24, 2018 at 14:48

      Hahaha, ja, der Besuch der Schwiegereltern löst bei mir immer leichte Panikgedanken aus. xD

      Och, selbst gemachter Pudding, sag doch sowas nicht! Damit schmeckt der Kuchen bestimmt noch besser, als er es sowieso schon tut! Yumyum. 😀

      Antworten

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