Dark Elements – Steinernde Schwingen von Jennifer L. Armentrout

Posted on Februar 6, 2016

Nachdem mich ihre Lux-Reihe total begeistern konnte, war für mich klar, dass ich auch Frau Armentrouts anderen Buchreihe eine Chance geben und den ersten Band, Dark Elements – Steinerne Schwingen, so bald wie möglich bei mir einziehen lassen würde. Ich gebe zu, nach all den Lobeshymnen, die nur schwer zu überlesen waren, war meine Vorfreude ebenso riesig wie meine Erwartungen hoch. Und ich würde an dieser Stelle gerne sagen, dass sie erfüllt wurden, doch leider wollte Dark Elements – Steinerne Schwingen nicht mein Freund werden.

Erschienen: 10. September 2015 bei HarperCollins | Format: Gebunden/Ebook | Seiten: 448
Übersetzung: Ralph Sander | Website der Autor/in: Jennifer L. Armentrout | Meine Bewertung: 3 von 5 Fläschchen

Aber worum geht es überhaupt?
Durch Laylas Adern fließt das Blut der Gargoyles und der Dämonen, was es ihr schwer macht, ein normales Leben zu leben. Zwar besucht sie, wie andere Teenager ihres Alters auch, eine ganz normale Highschool, doch anstatt sich nach Schulschluss einfach nur mit Hausaufgaben, Freunden, Shopping und Jungs zu beschäftigen, verbringt sie ihre Zeit damit, Dämonen zu markieren. Warum? Weil Layla als Waise vor Jahren von den Gargoyles aufgenommen wurde und von ihnen zur Wächterin erzogen worden ist, deren Aufgabe es ist, Dämonen aufzuspüren und zu töten. Als Halbblüterin wird Layla jedoch nicht von allen Wächtern akzeptiert, was nicht allein an ihrer Abstammung, sondern auch ihrer Gabe liegt, denn Layla kann Seelen rauben. Zwar ist sie stets bemüht gegen ihr Verlangen anzukämpfen und damit ihre dämonische Seite zu verleugnen, doch so sehr sie sich auch bemüht, das brennende Verlangen in ihrem Inneren bleibt. Als dann der Dämon Roth in ihr Leben tritt und fortan überall dort auftaucht, wo Layla ihn am allerwenigsten gebrauchen kann, ahnt sie noch nicht, dass er ihr Leben von Grund auf auf den Kopf stellen wird, indem er in ihr nicht nur Zweifel sät, was die Rollenverteilung von Gut und Böse betrifft, sondern auch, weil sie durch ihn die Wahrheit über sich selbst herausfindet.

Um uns Leser durch die Geschichte zu führen
hat Frau Armentrout die Perspektive des Ich-Erzählers gewählt. Gespickt ist die Schreibe, wie von der Autorin gewohnt, mit Schlagfertigkeit und Sarkasmus, was eine gewisse Leichtigkeit versprüht und damit größtenteils für einen angenehmen und schnellen Lesefluss sorgt. Größtenteils deshalb, weil ich die Schreibe hin und wieder als etwas holprig empfand, was hauptsächlich in dem ein oder anderen gestellt wirkenden Dialog begründet liegt.

“Du bist zur Hälfte Wächterin und zur Hälfte Dämonin. 
Was du tust .. das ist frevlerisch”, 
unterbrach er mich und sah mich angewidert an. (S. 43)

Noch vor der Handlung sind es die Charaktere, die mir an einer Geschichte am wichtigsten sind, sind sie es doch, die den Seiten Leben einhauchen und denen wir Leser von der ersten bis zur letzten Seite über die Schulter schauen. Umso schlimmer ist es dann für mich, wenn ich mit den Charakteren einfach nicht warm werde, was hier leider der Fall war. Ganz egal, ob Layla, Zayne oder Roth, der Funke wollte einfach nicht überspringen, weswegen ich auch keine Beziehung zu ihnen aufbauen konnte. Sie waren perfekt – zu perfekt für meinen Geschmack – und damit wurde auch nicht lange hinterm Berg gehalten. Sobald Layla die Chance hatte uns Lesern von ihrer und Zaynes und Roths perfekten Schönheit zu berichten tat sie es auch, was einen doch ziemlich oberflächlichen Eindruck hinterließ. Dass sich Layla darüberhinaus zu Anfang wie ein unreifer, naiver Teenager verhält und Zayne und Roth für mich lange Zeit sehr flach und farblos geblieben sind, sorgte dafür, dass ich mich in ihrer Runde einfach nicht wohlfühlte. Ab circa der Hälfte wurde das jedoch zunehmend besser, Layla gewann an Reife dazu und auch Zayne und Roth wurde etwas mehr Tiefe zuteil, wodurch ich die Gesellschaft der Charaktere schließlich sogar als angenehm empfand, doch das hat für meinen Geschmack einfach zu lange gedauert.

Gargoyles und Dämonen, eine Kombination, die für mich völlig neu war und die mich absolut begeistern konnte. Frau Armentrout schreibt nicht lange um den heißen Brei herum, sondern wirft den Leser direkt mitten ins Geschehen hinein, was anfangs unter Umständen leicht verwirrend wirken kann. Hat man diese Hürde jedoch gemeistert, kann man sich ganz auf die Handlung einlassen. Gefühle, Selbstakzeptanz, Ängste, Lügen und die große Frage nach der Bedeutung von Gut und Böse runden die Geschichte glaubhaft ab und sorgen neben Rätseln und der Suche nach der Wahrheit dafür, dass man gen Ende hin fest an den Seiten klebt.

Er tat mich schrecklich leid. Während ich so gut wie 
gar nichts über mein Erbe wusste, besaß Roth über sich selbst vermutlich 
schon zu viele Informationen. (S. 250)

Anmerken möchte ich an dieser Stelle noch eine Sache, die eigentlich gar nichts mit Frau Armentrout und ihrer Dark Elements-Reihe zu tun hat, sondern mit der Gestaltung der deutschen Ausgabe. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mein Empfinden war die Schrift schon sehr klein, was zusammen mit dem doch sehr geringen Zeilenabstand eher für anstrengende Lesestunden denn für pures Vergnügen gesorgt hat.

Ich habe mich so sehr auf das Buch gefreut und nun das. Dabei finde ich die Idee wirklich klasse und bin mir sogar sicher, dass Jennifer L. Armentrout daraus noch was ganz tolles machen und für etliche Spannungsmomente und Überraschungen sorgen wird, doch kann ich an dieser Stelle noch nicht sagen, ob ich daran teilhaben werde. Ich habe einfach sehr lange gebraucht, um mit den Charakteren ein bisschen wärmer zu werden und ich bin mir noch nicht sicher, ob das genügt, um die Reihe weiter zu verfolgen.

Zusammengefasst heißt das ..
Trotz interessanter Idee und fesselnder Handlung, die mit einer guten Portion Potenzial für den Folgeband aufwartet, konnte mich Dark Elements – Steinerne Schwingen nicht so von sich überzeugen, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Charaktere wirkten anfangs auf mich klischeebehaftet, perfekt und zum Teil ein wenig flach, was es mir schwer machte, am Ball zu bleiben und der Geschichte weiterhin zu folgen. Allerdings entwickeln sie sich weiter und bekommen Persönlichkeit, weswegen ich zum Ende hin tatsächlich Gefallen an ihnen gefunden hatte.

 

 

4 Gedanken

  • Tatze Februar 7, 2016 at 15:54

    Hey Maike 🙂

    eine tolle Rezension. Ich schleiche auch schon länger um das Buch herum, bin mir aber so unschlüssig. Ich finde die Idee hinter dem Buch toll, weil es mal was anderes ist, aber irgendwie kann ich mich nie so richtig zum Kauf durchringen. Vor allem gibt es gefühlt genau so viele negative wie positive Stimme, das macht es nicht leichter. 😉

    Liebe Grüße,
    Tati

    Antworten
  • Madame Lustig Februar 7, 2016 at 16:06

    Danke dir, liebe Tati!

    Ich kann dein Dilemma wirklich gut nachvollziehen, so geht es mir bei vielen anderen Büchern auch. Vielleicht hilft dir ja aber eine Leseprobe, um dich eventuell etwas mehr eine der Richtungen zu schupsen? 🙂

    Liebe Grüße
    Maike

    Antworten
  • Andrea Dezember 4, 2016 at 21:21

    Hallo Maike 🙂
    Ich überlege schon seit guten 2 Monaten, ob ich diese Buchreihe auf meine Leseliste setzen soll oder nicht. Ich sehe öfters mal positive, aber auch negative Meinungen dazu. Bin echt unschlüssig. Ich muss sowieso erstmal die “Lux”-Reihe lesen und werde denke ich mal dann entscheiden. Hoffentlich vergess ich diese Buchreihe nicht 🙂

    Liebe Grüße vom #litnetzwerk
    Andrea 🙂

    Antworten
    • MadameLustig Dezember 5, 2016 at 14:50

      Hallo liebe Andrea,
      ich bin ja eher der Luxtyp, der mit den Dark Elements nicht so richtig was anfangen konnte, aber vielleicht ist sie für dich ja genau das Richtige. In meinem Bloggerfreundeskreis gibt es jedenfalls sehr viele, die die Reihe lieber mochten als die Lux-Bücher. 🙂

      Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim lesen und schicke dir liebe Grüße
      Maike

      Antworten

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