Follow:

Immer wieder Du und Ich von Juliet Ashton

Anfang Februar hatte Lotta zu einer Leserunde aufgerufen, um gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten Immer wieder Du und Ich von Juliet Ashton zu lesen. Und da der Klappentext eine Geschichte versprach, die ganz meinen Geschmack treffen und mein romantisches Herz höher schlagen lassen könnte, nahm ich diesen Aufruf zum Anlass, das Buch in mein Bücherregal einziehen zu lassen.

Erschienen: Januar 2016 bei Rowohlt | Originaltitel:  These Days Of Ours | Format: Taschenbuch/Ebook | Seiten: 480 | Übersetzung: Silke Jellinghaus & Katharina Neumann // Webseite der Autorin: Juliet Ashton | Bewertung: 3 von 5 Fläschchen

Aber worum geht es überhaupt?
Ein falsches Wort hier, eine verpasste Chance da und mit einem Schlag ist nichts mehr so, wie es einmal war. Diese Erfahrung musste auch Kate machen, als eine Kurzschlussreaktion während eines Telefongesprächs plötzlich ihr Leben in eine ganz andere Richtung lenkt als immer gedacht: fort von ihrer großen Liebe Charlie. Doch auch, wenn Kates Leben weitergeht, sie heiratet und Karriere macht, kann ihr Herz Charlie nicht vergessen, ganz egal, wie sehr es das auch versucht. Doch ist es nach all den Jahren überhaupt noch realistisch, an Gefühlen zu einem Menschen festzuhalten, dessen Leben ebenfalls weitergegangen ist?

Juliet Ashtons Schreibe ..
liest sich wunderbar leicht und fließend, sodass es mir nicht schwer fiel, rasch in die Welt rund um Kate und Charlie einzutauchen. Dass die Geschichte in der 3. Person geschrieben ist, traf jedoch nicht ganz meinen Geschmack, fehlten mir hierbei doch Kates Gedanken und Gefühle, die mir nicht nur für die Geschichte sehr wichtig gewesen wären, sondern es mir auch leichter gemacht hätten, einen Zugang zu Kate zu finden. Hier hätte ich die Ich-Perspektive eindeutig bevorzugt und wäre auch einem gelegentlichen Perspektivwechsel zwischen Kate und Charlie nicht abgeneigt gewesen, hätte dieser mir doch die Möglichkeit gegeben, eventuell auch Charlie ein bisschen besser kennenzulernen.

“Ich liebe dich”, sagte er.
Kate warf ihm den Wackelpudding ins Gesicht.
Weil, wie jeder weiß, Jungs nun mal stinken. (S. 13)

Die Gestaltung wiederum hat mir wirklich sehr gut gefallen. Zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es hier nicht die gewohnten Nummerierungen oder Überschriften, sondern Einladungen zu unterschiedlichen Ereignissen, die sich über einen Zeitraum von 35 Jahren erstrecken und die jeweiligen Schauplätze zu den Kapiteln liefern. Dabei hat man sich große Mühe gegeben, diese Einladungen mit Liebe zum Detail zu gestalten und ansprechend zu platzieren.

Was die Charaktere betrifft, fiel es mir schwer, mit jemand anderem als Kate warm zu werden. Das lag jedoch nicht daran, dass Juliet Ashtons Charaktere wenig authentisch oder unzugänglich gewesen wären, denn das trifft in keinster Weise zu. Viel mehr liegt mein Dilemma darin begründet, dass mir die eine Hälfte mit Egoismus und Oberflächlichkeit auf die Nerven ging, während sich die Lieben und Guten einfach nur ihrem Schicksal gefügt haben und ich ständig den Drang verspürte, sie einmal ganz kräftig zu schütteln und sie zu fragen, wo sie denn ihre Stimme gelassen haben. Dabei finde ich es besonders im Fall von Charlie schade, dass ich zu ihm keinen Zugang gefunden habe, spielt er in der Geschichte als Kates große Liebe doch eine zentrale Rolle.

„ Ich glaube, es gibt mehr als nur einen Weg,
sein Leben zu leben. Nicht nur einen richtigen Weg, und
die anderen sind Kompromisse“ (S. 341)

Als ich zu dem Buch griff hatte ich eine Geschichte voller Schmetterlinge im Bauch, mitfiebern, bangen und Tränen erwartet, bei der sich während des Lesens die Taschentücher neben mir nur so stapeln, doch die Gefühle, von denen ich mir erhofft hatte, dass Immer wieder Du und Ich sie in mir auslösen würde, blieben leider aus. Schade, denn die Geschichte von Kate und Charlie hätte durchaus das Potenzial gehabt, diese Vielfalt an Gefühlen in mir zu wecken, doch anstatt sich voranging diesen beiden Charakteren und ihrer Liebe zueinander zu widmen, hatte ich das Gefühl, dass die Liebesgeschichte neben all den Problemen und schicksalhaften Wendungen, die ihren Platz innerhalb der Handlung gefunden haben, oft zur Nebensache wurde.

Zusammengefasst heißt das .. 
Dieses Buch über zwei Seelen, die für einander bestimmt sind, der richtige Zeitpunkt für die große Liebe jedoch nie zu kommen scheint, hatte für mich Höhen und Tiefen. Hat mich die Geschichte zu Beginn noch mitzureißen gewusst, zog sich der Mittelteil stellenweise wie Kaugummi, bis sich zum Ende hin endlich wieder die Liebesgeschichte herauskristallisierte und mein romantisches Herz befriedigte. Doch auch, wenn mich Immer wieder Du und Ich nicht ganz von sich überzeugen konnte, gefielen mir Idee und Schreibe so gut, dass dieses Buch definitiv nicht mein letztes aus Juliet Ashtons Feder gewesen sein wird.

Teile den Beitrag auf
zum vorherigen Beitrag zum nächsten Beitrag

2 Gedanken

  • Antworte Nellys Leseecke

    Hallöchen,
    mir ging es ganz ähnlich wie dir. Ich hab den Anfang des Buches so unglaublich toll gefunden, aber dann ist das Ganze plötzlich sehr abgeflacht. Anfangs hatte ich noch das Gefühl, bei jedem wichtigen Ereignis dabei zu sein und dann plötzlich passierten die interessanten Dinge plötzlich nur noch zwischen den Kapiteln. Das war so schade…
    Aber ich hab von der Autorin noch "Ein letzter Brief von dir" auf dem SuB liegen und werd ihr auf jeden Fall noch eine Chance geben. Eben genau aus dem Grund, den du auch genannt hast: Ashtons Schreibstil ist toll, nur an den Charakteren hat es ein wenig gehapert.

    Alles Liebe, Nelly

    März 4, 2016 at 14:12
  • Antworte Madame Lustig

    Hallo Nelly,

    dem stimme ich vollkommen zu. Am meisten gestört hat mich jedoch tatsächlich, dass irgendwie alles wichtiger wurde als die Liebesgeschichte rund um Charlie und Kate. Ich hatte mich doch so auf Herzschmerzheulseufzschnief-Momente gefreut … xD

    Liebe Grüße
    Maike

    März 7, 2016 at 20:11
  • Hinterlasse deine Gedanken