Imperfect Match – Liebe ist eigenwillig von Ina Linger & Cina Bard

Posted on März 13, 2016

Das Internet ist schon ein komischer Ort. Irgendwie gleichen die Weiten der Onlinewelt einem Glashaus und dann auch wieder nicht, denn wo man auch hinsieht, entdeckt man Profilnamen, die es uns ermöglichen, ein gewisses Maß an Anonymität beizubehalten. Das allerdings verleitet auch gerne dazu, in Bezug auf sein Leben ein bisschen kreativer zu sein und hier und da mal ein bisschen was auszuschmücken und ehe man es sich versieht hat man im Netz nicht nur einen anderen Namen, sondern ein ganz anderes Leben. So ähnlich ergeht es auch Emma, die sich online nicht nur einen neuen Namen gab, sondern zu einer ganz anderen Person wurde. Im Grunde ja auch gar kein Problem, sofern das reale Leben nicht plötzlich mit der Onlinewelt kollidiert und alles aus dem Ruder zu laufen droht.

Format: Taschenbuch/Ebook | Leseprobe | Webseite der Autorinnen Ina Linger & Cina Bard | Bewertung: 4 von 5 Fläschchen

Aber worum geht es eigentlich?
Emma hat ein Problem. Oder auch zwei. Oder drei.
Erstens: Sie hat sich im Internet als Mann ausgegeben, weswegen auch ihre beste Freundin Anna, welche sie bisher noch nie in der realen Welt getroffen hat, nicht weiß, dass sie kein Er, sondern eine Sie ist. Zweitens: Emma reist mit ihrem besten Freund Colin nach London und wird dort auf Anna treffen, welche nach wie vor denkt, dass Emma eigentlich ein Mann mit Namen Colin ist. Drittens: Emma ist in Colin verliebt und möchte ihn während der Reise um den Finger wickeln, allerdings hat dieser alle Hände voll damit zu tun, sich vor Anna als Emma-Colin auszugeben, damit die Lüge seiner Freundin nicht auffliegt. Ob es Emma gelingt, dieses Durcheinander in den Griff zu bekommen und sich den Mann zu schnappen?

Locker, unverblühmt und gespickt ..
mit einer guten Portion Humor wusste mich der Schreibstil bald mitzureißen und sorgte so dafür, dass die Seiten nur so dahin flogen. Als Störfaktor empfand ich hier jedoch die von dem Autorenduo oft verwendeten Umschreibungen einfacher Wörter wie zum Beispiel “das knöcherne Gehirnbehältnis mit vier Buchstaben”. Ich kann mir vorstellen, dass das witzig und eventuell auch charmant gedacht war, doch wirkte das auf mich mit der Zeit leider sehr gewollt witzig, was der Leichtigkeit an eben diesen Stellen einen Dämpfer verliehen hat.

Oh Erde, tu dich auf und verschlucke mich!, rief ich innerlich, 
doch die übermächtigen Kräfte des Universums hatten kein Erbarmen,
wollten mich weder verschwinden lassen, noch meinen besten
Freund zur Vernunft bringen. (S. 57)

Bis auf Colin, den ich wegen seiner selbstverliebten und teilweise auch gemeinen, herablassenden Art recht bald unsympathisch fand, haben mir die Charaktere wirklich gut gefallen. Emma, Ben, Anna und Colin sind authentisch, haben Humor und wussten mich mit witzigen Dialogen und amüsanten Situationen sehr gut zu unterhalten, wobei ich zugeben muss, dass es mir Ich-Erzählerin Emma besonders angetan hat. Neben ihrer chaotisch-witzigen Art ist es vor allem ihre Panik darüber, dass ihr Lügengerüst einstürzen und ihr perfekter Plan in einer Katastrophe enden könnte, die diese Geschichte amüsant macht.

Sehr genossen habe ich den kleinen Ausflug nach London, haben die Autorinnen diesen doch mit einer bunten Vielfalt an Schauplätzen gespickt, die mir während des Lesens das Gefühl gaben, selbst auf Entdeckungsreise durch Straßen, Restaurants, Geschäfte und Pubs zu sein. Sehr gefallen hat mir dabei, dass auch all die kleinen Details nicht vergessen wurden, die eine Stadt erst lebendig machen und ihr ihren Charme verleihen.

Ben hob die Faust in die Luft und begann laut zu
fluchen, sodass die meisten Leute um uns herum erschrocken
zusammenzuckten und uns konsternierte Blicke
zuwarfen. Ben schimpfte auf die Menschheit, die “heruntergekommene
Gesellschaft gotteslästerlicher Geschöpfe”, die es nicht wert
waren, 
“auf dieser von Gott erschaffenen,
heiligen Welt zu wandeln!” (S. 66)

Die Handlung von Imperfect Match – Liebe ist eigenwillig ist einfach und vorhersehbar, was ich jedoch nicht weiter tragisch finde, denn für hochkonzentrierte Lesestunden mit zig ineinander verschachtelten Handlungssträngen ist dieses Buch sicher nicht gedacht gewesen. Es soll unterhalten und einige Stunden entspanntes Lesevergnügen bieten und genau das tut es, denn wenngleich der Ausgang der Geschichte sehr bald klar ist, bringt es doch sehr viel Spaß, das Quartett auf den Weg dorthin zu begleiten und dabei zu sein, wie sich das Chaos langsam lichtet.

Zusammengefasst heißt das ..
Emma erzählt, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, was der Geschichte eine gewisse Leichtigkeit verleiht und sie für mich lebendig werden ließ. Dass hier Charaktere und Situationen ihren Platz finden, wie wir sie auch in unserer Nachbarschaft vorfinden können, sorgte darüberhinaus dafür, dass ich während des Lesens oft das Gefühl hatte, einen lustigen Abend mit Freunden zu verbringen.

3 Gedanken

  • Nellys Leseecke März 14, 2016 at 13:34

    Huhu,
    das ist ja mal wieder eine Rezension, die wirklich Lust auf das Buch macht. Ich mag solche Geschichten ab und an mal ganz gerne für nen faulen Sonntag. Daher werd ich das Buch auf jeden Fall mal im Hinterkopf behalten.

    Alles Liebe, Nelly

    Antworten
  • Madame Lustig März 19, 2016 at 13:16

    Hallo liebe Nelly,

    freut mich, dass sie dir gefällt und du hast recht, dieses Buch eignet sich ausgezeichnet für einen faulen Sonntag! 🙂

    Liebe Grüße
    Maike

    Antworten
  • Tatze März 20, 2016 at 20:00

    Hey Maike,

    die Geschichte an sich klingt ja schon interessant und dass die Umsetzung dann auch noch passt, macht es ja noch besser. 😉 Du hast ihr immer so richtig tolle Geheimtipps auf deinem Blog!

    Liebe Grüße,
    Tati

    Antworten

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