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Kurz gesagt: iBoy von Kevin Brooks

Was tust du, wenn du alle Macht der Welt hast? Wenn du alles weißt und alles kannst? Versuchst du, die Welt vor dem Bösen zu bewahren? Oder willst du einfach nur die retten, die du liebst? Eben war Tom noch ein ganz normaler Junge. Jetzt ist er iBoy – ein Superheld, allwissend und unbesiegbar. Ein iPhone hat seinen Schädel zertrümmert und ist mit seinem Gehirn eine Verbindung eingegangen, die es Tom erlaubt, jede Sekunde online zu sein und sich in alle Datenbanken der Welt zu hacken. Mit seiner iHaut als Schutzpanzer und den Elektroschocks, die er austeilt, ist er den Typen gewachsen, die sein Viertel terrorisieren und Lucy überfallen haben, in die er verliebt ist. Für Tom zählt nur eins: Er will den Überfall auf Lucy rächen und sie beschützen – mit allen Mitteln. Aber sein Rachefeldzug bringt Lucy in tödliche Gefahr. Um sie zu retten, braucht es mehr als seine iBoy-Kräfte … (Kurzbeschreibung: dtv-Verlag)

Erschienen: September 2011 im dtv-Verlag | Format: Taschenbuch/Ebook | Seiten: 300 | Verlagsseite des Autors Kevin Brooks | Bewertung: 4 von 5 Fläschchen

Kurz & knapp
Hatte ich bei iBoy auf Grund seiner dunklen Covergestaltung und des leicht technisch angehauchten Klappentextes zunächst den Eindruck, hierbei würde es sich um ein reines Jungendbuch handeln, wurde ich während des Lesens schnell eines Besseren belehrt.

Ja, im Mittelpunkt steht ein iPhone, doch anstatt nun seitenweise nerdiges Technikkaudawelsch vor sich zu haben, durch die sich der Leser quälen muss, geht es hier viel eher um die Frage, wie viel Macht die Technik über uns hat, um skrupellose Gangs, Gruppenzwang, Liebe, Rache und dem damit manchmal zusammenhängenden Kontrollverlust. Aber ja, natürlich gibt es in diesem Buch auch eine nerdige Note. So wurde für die Kapitelnummerierungen beispielsweise auf das Dualsystem zurückgegriffen und einleitend in jedes neue Kapitel finden wir Definitionen, themenrelevante Zitate oder auch Zeitungsausschnitte.

Tom ist der Hauptcharakter dieser Geschichte, der Ich-Erzähler, der iBoy. Glaubhaft bringt er dem Leser seine Welt nahe, lässt ihn über seine Schulter gucken, als er seine neue Macht entdeckt, gewährt ihm einen Blick in sein Innerstes, als ihm alles über den Kopf zu wachsen droht, er blind vor Rachegelüsten wird und sich irgendwann die Frage stellen muss, was denn nun Richtig und was Falsch ist.

Der lockere Erzählstil, den der Autor hierfür gewählt hat, hat mir dabei ein schnelles Eintauchen in die Geschichte ermöglicht und mich gebannt an die Seiten gefesselt.

In einem Satz
Ein Buch über das Erwachsen werden, das im richtigen Maße zu schockieren weiß und den Leser nachdenklich zurücklässt.

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