Drüber nachgedacht | Mein Lesealltag

Posted on Juni 18, 2017

Seit ich denken kann, gehören Bücher zu meinem Leben dazu. Als kleines Kind wurde mir aus ihnen vorgelesen und später, nachdem ich in der Schule gelernt hatte, wie ich die einzelnen Buchstaben zu Wörtern verbinden kann, habe ich mich selbst ins nächste Abenteuer gelesen. Ich war aber kein Kind, das in jeder freien Minute die kleine Nase in Bücher gesteckt hat, nein, dafür liebte ich es zu sehr, mich zu bewegen, die Umgebung unsicher zu machen und irgendwelchen Blödsinn mit meinen Freunden auszuhecken. Aber Abends, wenn der Tag schon fast zu Ende war und es darum ging, die verbleibende Zeit entspannt ausklingen zu lassen, habe ich mir eines meiner Bücher geschnappt, mich auf mein Bett gekuschelt und die Welt um mich herum ausgeschaltet. Und heute?

Buch & Bett
Wie schon als Kind gehört es für mich Abends dazu, mich in mein Bett zu kuscheln und noch ein bisschen zu lesen. In letzter Zeit ist es zwar eher so, dass mir bereits nach ein paar wenigen Seiten die Augen schwer werden und ich somit in meiner Lektüre nie groß voran komme, aber das macht nichts. Wichtig ist, dass ich vor dem Schlafen gehen überhaupt noch lese und wenn es nur eine einzige Seite ist. Das hat sich im Laufe der Jahre zu einem Ritual entwickelt und ein Verzicht auf meine Bettlektüre fühlt sich regelrecht falsch an. Mehr noch, ich habe festgestellt, wenn ich nicht unmittelbar vor dem Einschlafen noch ein wenig lese, schlafe ich schlechter. Ohne Witz.

Du liest, ich lese
Mein kleiner Pirat liebt seine Bücher. Noch vor einigen Monaten hatte er sie sogar so richtig zum fressen gern und auch heute fällt es ihm dann und wann noch schwer, nicht zu leidenschaftlich umzublättern. Dann muss Mama natürlich einschreiten, um den Schaden gering zu halten, aber die meiste Zeit ist er inzwischen so vertieft in seine Bücher, dass auch ich zu meiner Lektüre greifen und mich Seite an Seite mit meinem kleinen Mann in anderen Welten verlieren kann. Ich liebe diese Momente und ich hoffe, es werden noch sehr viel mehr folgen. Die große Familienbibliothek, die unweigerlich folgen würde, wenn der Pirat eine ebenso große Leseratte werden würde, wie ich eine bin, ist in Gedanken auch schon in Planung.

Lesen für die Seele
Diese Tage an denen alles irgendwie schief geht und total doof ist, kennt wohl jeder. Wie oft möchte man sich dann am liebsten einfach in die nächste Ecke verkrümeln, selbst bemitleiden und mit Schokolade vollstopfen? Mir helfen über solche Tagestiefs am besten meine Bücher hinweg. Ganz egal, was mir die Suppe versalzen hat oder wieso ich mich einfach nicht so richtig auf der Höhe fühle – durch die Geschichten ist alles schnell vergessen. Ich kuschel mich dann immer auf meinem Sofa in eine Decke ein oder lümmel in meinem Korbsessel und lasse mich dann von den Worten in fremde Welten entführen, erlebe Abenteuer, werde zur Heldin oder trainiere meine Bauchmuskeln, weil ich mich dank der Figuren nur so vor Lachen kringle.

Klolektüre
Da ich fürs Lesen nicht bezahlt werde und somit immer reichlich andere Pflichten über den Tag verteilt habe, muss ich jede noch so kleine Gelegenheit nutzen, um meine Nase in ein Buch zu stecken. Unter der Woche geht das zwar nicht so einfach, weil mein kleiner Pirat in meiner Abwesenheit ganz gerne in Rekordzeit die gesamte Wohnung “renoviert”, aber am Wochenende, wenn mein Mann zu Hause ist, wird bei mir aus einem “Ich muss mal schnell Pipi machen” immer ein Klobesuch von mindestens fünf Minuten. Je nach dem, wie lang das Kapitel in meiner aktuellen Lektüre halt ist.

Lesen in der Küche
Das werdet ihr bei mir nie sehen. Unter gar keinen Umständen. Wirklich. Bei meinem Glück habe ich hinterher nämlich irgendwelche Fett- oder andere Lebensmittelflecken auf meinem hübschen Buch und dann muss ich mich ganz schlimm aufregen, fluchen oder weinen. Kurzum, dann ist mein Tag gelaufen! Ich stehe also immer gelangweilt am Herd und rühre monoton in meinen Töpfen herum, anstatt die Zeit sinnvoll zu nutzen, aber irgendwo muss man ja schließlich auch bei den schönsten Dingen im Leben Abstriche machen, oder?

 


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Tati | Elli | Nelly | Jess | Franzi | Ramona

25 Gedanken

  • Lesealltag - Bücherquatsch Juni 18, 2017 at 15:10

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  • Lesealltag - Nellys Leseecke Juni 18, 2017 at 15:10

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  • Drüber nachgedacht: Lesealltag | Kielfeder Juni 18, 2017 at 15:17

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  • Elli Juni 18, 2017 at 18:10

    Liebe Maike,
    ich finde es ziemlich beeindruckend dass du bei deinem Alltag überhaupt noch zum Lesen kommst. Es klingt meistens so, als ob du eigentlich den ganzen Tag nur Mutti bist und zu gar nichts kommst. Da muss man dann auch kreativ werden und das Buch überall mit hin schleppen 😉 Ich drücke die Daumen dass dein Sohn deine Lesegene von dir geerbt hat!
    Liebe Grüße,
    Elli

    Antworten
    • MadameLustig Juli 10, 2017 at 09:27

      Haha, im Großen und Ganzen komme ich auch zu nichts und würde ich nicht in jeder freien Miniminute zum Buch greifen, würde ich im Jahr vielleicht gerade mal auf höchstens 10 gelesene Bücher kommen. xD

      Fühl dich ganz lieb gedrückt,
      Maike

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  • Diana Schweinsburg Juni 18, 2017 at 20:19

    Hallo,
    in dem Abschnitt Lesen für die Seele habe ich mich selber auch wiedergefunden. Ich mache das auch, um Stress oder Ärgernisse zu vergessen oder zu verarbeiten. Es ist einfach schön, dass man mit den Büchern in eine Welt kommt, in der fast immer alles gut scheint.
    Okay, bei meinen Lektüren manchmal nicht, da ich unglaublich gerne Thriller lese, aber ich hoffe, du weißt was ich meine. 😉
    Liebe Grüße
    Diana

    Antworten
    • MadameLustig Juli 10, 2017 at 09:32

      Ja, ich weiß was du meinst, liebe Diana. So geht es mir auch. Sobald ich zum Buch greife kann ich meine Welt ausschalten und in eine Welt abtauchen, in der man Hoffnung hat und diese in den meisten Fällen auch belohnt wird. Das erfüllt mich dann immer mit einem Hochgefühl, das mir dann immer Kraft für meine eigene Welt gibt. 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Maike

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  • Franzi Schönbach Juni 18, 2017 at 21:24

    Beim Kochen würde ich auch nicht lesen, außer ich lese gerade ein ebook, dann ist es was anderes, den Reader könnte ich ja abwachsen. Hahaaa ich stelle mir gerade vor, wie du dich in freien Minutne heimlich im Bad versteckst, damit du auch ja kurz lesen kannst :D:D. Ich sollte mir das auch angewöhnen, jeden Abend noch kurz zu lesen, mir fällt es nur immer so wahnsinnig schwer, dann auch aufzuhören :D. Ich find das so süß, dass dein Pirat auch schon so eine Leseratte ist. Ich drück dir die Daumen, dass es so bleibt und bin dann gespannt auf die Bibliothek!

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    • MadameLustig Juli 10, 2017 at 09:34

      Mir fällt das oft auch schwer, abends das Buch zur Seite zu legen, aber da hilft es, sich vorweg eine Grenze zu setzen. Meistens sind das bei mir 2 Kapitel und danach ist Schluss. Vielleicht bringt dir das ja auch etwas? 🙂

      Fühl dich ganz lieb gedrückt,
      Maike

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  • Tatze Juni 18, 2017 at 22:00

    Liebe Maike,

    haha, ich bin auch so jemand, der sein Buch überall mit hin nimmt und auch aufs Klo. 😀 Wenn ich gerade mitten in der Geschichte bin, kann ich das Buch für so “Belanglosigkeiten” nicht weglegen. Aber anders als bei dir ist bei mir das Buch dann auch beim Kochen dabei. Glücklicherweise sind die Bücher aber auch immer sauber geblieben.

    Liebste Grüße,
    Tati

    Antworten
    • MadameLustig Juli 10, 2017 at 09:36

      Verrätst du mir dein Geheimnis, wie du dein Buch während des Kochens vor Fettflecken bewahrst, liebste Tati? 😀

      Antworten
  • Momkki Juni 19, 2017 at 16:02

    Hallo liebe Maike,

    mal wieder ein toller Beitrag :-)) Ich musste an einigen stellen echt schmunzeln, mir geht es nämlich genau so! Ich muss mir auch jede freie Minute zum Lesen freischaufeln, leider. Aber immerhin, so kommt ja auch einiges zusammen!

    LG Meke

    Antworten
    • MadameLustig Juli 10, 2017 at 09:38

      Das stimmt schon, liebe Meike, nur fehlt mir manchmal die Zeit, in der man ganz entspannt und so lange man möchte lesen kann. Ob das wohl jemals wieder kommt? xD

      Antworten
  • ~*Nina*~ Juni 20, 2017 at 21:00

    Guten Abend!

    Was gibt es schöneres als mit seinen Lieben zu lesen?! Ich kann dich total verstehen, wenn du es genießt, dass dein Kleiner die selbe Leidenschaft wie du zu entwickeln scheint. Selbst freue ich mich auch immer sehr, dass mein Freund meine Lesesucht versteht und ebenfalls gerne mal abtaucht. 😉 Deinen Beitrag fand ich übrigens sehr interessant zu lesen. Wir Lesemäuse haben wohl doch immer ganz ähnliche Dinge gemeinsam. Jetzt muss ich schnell noch bei den anderen vorbei schauen…

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

    Antworten
    • MadameLustig Juli 10, 2017 at 09:40

      Liebe Nina, jetzt bin ich aber ganz neidisch darauf, dass dein Freund seine Nase auch mal in ein Buch steckt. Außer Whatsapp-Nachrichten liest mein Mann nie irgendwas und dass ich ohne Bücher nicht leben könnte kann er auch nicht verstehen. 🙁 Aber gut, wenigstens findet mein Kind Bücher toll! 😀

      Antworten
  • Nelly Juni 21, 2017 at 11:57

    Huhu Liebes!!
    Ich fands wirklich witzig, wie Du immer wieder kleine “Auswege” findest 😀 Aber ich kenne das gut von mir. Zähneputzen, doppelt so oft pinkeln gehen oder ähnliches. Wie erfinderisch man da wird, nicht 😀
    Wunderschön finde ich, dass Dein kleiner Pirat da wohl nach Dir schlägt. Ich hab meine Leidenschaft auch von meiner Mama geerbt und hab sie immer ein wenig “nachgemacht”, wenn sie lesend auf der Couch saß. Damit gibst Du ihm wirklich ein schönes Hobby mit auf seinen Lebensweg!!!

    Alles Liebe, Nelly

    Antworten
    • MadameLustig Juli 10, 2017 at 09:42

      Hahaha, irgendwas MUSS er ja auch von mir haben. Ansonsten ist er nämlich voll und ganz eine Kopie des Papas. xD

      Antworten
  • Ramona Juni 21, 2017 at 22:15

    Liebe Maike,

    sehr unterhaltsamer Beitrag. 🙂
    Ich lese ja zum Beispiel gar nicht auf dem Klo. Da verbringe ich nicht mehr Zeit als notwendig… 😉 Aber ich kann verstehen, dass du jede Gelegenheit nutzen musst.

    Liebe Grüße
    Ramona

    Antworten
    • MadameLustig Juli 10, 2017 at 09:44

      Stimmt, früher habe ich auch nie auf dem Klo gelesen, sondern mich dort immer sehr beeilt, um schnell wieder aufs Sofa zu meinem Buch zu kommen. Spätestens, wenn der Pirat aus dem Haus ist, wird das bestimmt auch wieder so werden. 😀

      Antworten
  • Ellen Juni 23, 2017 at 13:34

    Hallo Maike 🙂

    Dass lesen gut ist für die Seele kann ich so nur unterschreiben. Gerade jetzt könnte ich es wieder gebrauchen, aber die Pflichten des Alltags rufen und wir stecken mitten im Umzug. Ich freue mich schon wieder richtig darauf, bald in der neuen Wohnung wieder richtig viel Zeit mit lesen verbringen zu können. ♥

    Und das Bild in meinem Kopf, wie du mit deinem kleinen Piraten Seite an Seite liest, hat mir den Tag versüßt. So eine Mama möchte ich auch mal werden.

    Liebste Grüße
    Ellen

    Antworten
    • MadameLustig Juli 10, 2017 at 09:02

      Liebe Ellen,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ich kann gut verstehen, was du meinst. Manchmal hält mich der Alltag auch ganz fest in seinen Klauen und lässt mir kaum noch Luft zum atmen. Allerdings merke ich dann auch recht schnell, dass ich auf die Bremse treten und mich um mich kümmern muss, wenn ich nicht ewig die Konsequenzen des Stress’ spüren möchte und dann nehme ich mir die Zeit. Und wenns nur 10 Minuten sind. Aber das musste ich auch erst lernen und der Weg dahin war wirklich nicht immer schön.

      Vielen Dank für deine lieben Worte. <3 FÜhl dich gedrückt,
      Maike

      Antworten
  • Kate Juli 4, 2017 at 22:10

    Hallöchen,
    dass du gemeinsam mit deinem Kleinen liest, finde ich unglaublich schön! Das hab ich so bisher von niemandem gehört. Es klingt für mich so idyllisch und perfekt! Ich hoffe, dass es mir mit meinen Kindern später mal genauso ergehen wird 🙂
    Liebste Grüße, Kate

    Antworten
    • MadameLustig Juli 10, 2017 at 08:56

      Hallo liebe Kate! 🙂
      Ja, ich genieße diese ganz besondere Zeit auch immer sehr. Natürlich ist es mit einem gerade mal 2 1/2-jährigen nicht so, dass man stundenlang gemütlich in seinem Buch lesen kann, aber allein das Interesse daran, gemeinsam mit mir zu lesen, ist einfach wundervoll. 🙂

      Ganz liebe Grüße,
      Maike

      Antworten
  • backmausi81 September 30, 2017 at 19:54

    Hy!

    Schön, das dein Sohn auch liest. Ich lese auch auf der Toilette und abends gehört einfach das Buch dazu. Ein Leben ohne Lesen, wäre für mich nicht denkbar. Dein Post ist richtig schön geschrieben.

    lg backmausi81

    Antworten
    • MadameLustig Oktober 1, 2017 at 11:31

      Vielen Dank für dein liebes Feedback, liebe Backmausi!
      Ich wäre ohne Bücher und Lesen auch überhaupt nicht glücklich und ich tue alles, damit mein Kind das auch so sieht. 😀

      Antworten

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