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Mama ist auch nur ein Mensch

Nachdem ich fast zwei Jahre den wirklich ganz bösen Viren getrotzt hatte und immer nur mit einer tropfenden Nase, etwas Halsschmerzen und einem allgemeinen Schlappheitsgefühl davon gekommen bin, fiel ich dann vor ein paar Wochen dem Norovirus zum Opfer. Ich sag euch, so extrem scheiße habe ich mich selten gefühlt. Am liebsten hätte ich weinend nach meiner Mama gerufen, mich in eine dicke Decke eingelümmelt und mich von ihr trösten, in den Arm nehmen und bemuttern lassen. Das hat als Kind oft besser geholfen, als die bittere Medizin, die man löffeln musste.

Die Geschwister Du wolltest ein Kind und Hättest du halt nicht Mutter werden dürfen
Als ich so krank auf meinem Sofa lag und größte Mühe hatte, meinen Körper so weit unter Kontrolle zu halten, dass ich wenigstens noch das Klo erreichte, bevor es oben und unten raus kam, wünschte ich mir, jemanden in der Nähe zu haben, der mir zumindest für ein paar Stunden meinen Sohn abnehmen würde. Nicht nur, um in Ruhe vor mich hin leiden zu können, sondern auch für den Piraten, der gerne Kissenschlachten machen und wild auf dem Bett herumhüpfen wollte. Aber hier gibt es niemanden. Keine Familie und auch keine Freunde, die tagsüber zur Verfügung standen. Als ich einige Tage später wieder gesund war sprach ich hier und da mit Freunden und Bekannten über das Thema und wünschte mir schnell, es nicht getan zu haben. Ich hätte ein Kind gewollt und müsste da dann halt durch, hieß es. Recht haben sie, ich wollte ein Kind, aber darf ich deswegen ernsthaft nicht mal so krank werden, dass ich mir wünschte, jemand würde den kleinen Piraten mal für 1-2 Stunden übernehmen?

Mama muss funktionieren
Kaum ist man Mutter, dreht sich das Leben so gut wie den ganzen Tag nur noch um den kleinen Erdenbürger. Man wickelt, füttert, trägt und tröstet und das am besten alles gleichzeitig. Und Nachts? Da schaut es nicht viel anders aus. Schlaf, wenn das Kind schläft ist die Devise. Und das ändert sich auch nicht, wenn Mama mal krank ist. Das Kind hat Bedürfnisse und die wollen gestillt werden. Das weiß man und man tut es gerne. Man tut es von ganzem Herzen, egal, wie müde und kaputt man ist, oder wie sehr man von Rückenschmerzen geplagt ist. Der kleine Erdenbürger ist das Wichtigste im Leben einer Mama und man würde ihm die Sterne vom Himmel holen, wenn man könnte.

Für jeden Moment der Schwäche einen dummen Spruch
So gerne ich meinen Sohn auch umsorge, zwischendurch habe ich auch Momente oder Tage, an denen meine Batterien einfach leer sind. An denen ich müde, schlecht gelaunt oder anderweitig nicht ganz auf der Höhe bin. Wie jeder andere Mensch halt auch mal. Nur darf man das als Mutter nicht immer so ohne Weiteres laut aussprechen, sonst kann es passieren, dass man direkt wieder unter die Nase gerieben bekommt, dass man sich ja schließlich selbst für ein Kind entschieden hat. Irgendwie scheint das die allgemein gültige Reaktion für jeden noch so kleinen Moment der Schwäche zu sein und mir geht das gewaltig auf den Zeiger. Da wird so getan, als müsse man sich gehörig schämen, keine Maschine zu sein und nicht dem perfekten – völlig überzogenen und realitätsfernen – Bild einer Mutter zu entsprechen.

Auch Mama hat Bedürfnisse
Es wird manch einen nun erschüttern, aber Mamas sind keine Maschinen und haben Bedürfnisse. Wir stellen sie zwar immer wieder zurück und manchmal reden wir uns auch ein, dass eine Auszeit ja gar nicht so wichtig ist, dass wir das schon alles ohne Verschnaufpause wuppen und Hilfe sowieso nicht nötig haben. Die Wahrheit ist aber, dass das in den allermeisten Fällen erstunken und erlogen ist. Auch wir brauchen Auszeiten und sei es nur, um einfach mal mit einer Freundin in Ruhe am Telefon zu quatschen. Wir haben nicht nur das Bedürfnis nach Ich-Zeit, wir haben sogar das Recht darauf, denn eine Mama hört nicht auf sie selbst zu sein, nur, weil sie jetzt nicht mehr in erster Linie mit ihrem Vornamen angesprochen wird.

Und Mamas dürfen noch sehr viel mehr
Wenn man einigen Leuten so zuhört, könnte man glauben, als Mama dürfte man nur noch eins: funktionieren. Im Allgemeinen bedeutet das, dass Mama die Bedürfnisse ihres Kindes und Partners zu stillen hat, immer für alles Verständnis haben muss, nie aus der Haut fahren darf, mit zweiten Vornamen Geduld heißt, so gut wie kein soziales Leben mehr hat und sich in den Krabbelgruppen und auf dem Spielplatz fortan über Ausscheidungen und Entwicklungsfortschritte unterhalten wird. Ja scheiße ist! Ebenso wie mein Kind und mein Mann darf auch ich Grenzen haben und einfordern, dass diese respektiert werden. Mein Kind darf mich auf die Palme bringen und ich darf zugeben, dass es so ist. Ich darf ihm sagen Mama ist gerade richtig sauer, traurig, enttäuscht und braucht mal eine Minute. Er darf ruhig wissen, dass Mama nicht nur aus den Gefühlen Friede, Freude, Eierkuchen und Wolke 7 besteht, sondern auch mal zu kämpfen hat. Mama darf sich Zeit einfordern, um ihre Freundinnen zu treffen oder einem Hobby nachzugehen. Sie darf krank sein und sich ohne schlechtes Gewissen wünschen, jemand würde ihr ihr Kind für 2 Stunden abnehmen. Und noch etwas, was Mama machen darf: Fehler. Niemand ist perfekt, auch Mama nicht (ja, ich weiß, schwer zu glauben). Auch dann nicht, wenn sie alle Ratgeber gelesen hat, die auf dem Markt sind, denn wisst ihr was? Nicht jede Familie tickt gleich. Das, was bei den Müllers nebenan funktioniert, kann bei den Meiers total in die Hose gehen. Jede Mama hat das Recht selbst herauszufinden, was für ihre Familie (nicht nur für das Kind!) am besten funktioniert und das bedeutet auch, dass auf dem Weg dahin so manche Fehler passieren können. Das ist okay und ganz anders, als der Eindruck, den man durch die Reaktionen anderer dann oft gewinnt, ist Mama deswegen keine schlechte Mama. Sondern einfach auch nur ein Mensch.

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23 Gedanken

  • Antworte Sandra

    Amen. ♥

    Deine Worte treffen im genau richtigen Zeitpunkt ins richtige Herz. Ich liege auch gerade flach und bin wahrlich dankbar, wie viel mir mein Herzmann abnimmt, obwohl er ebenfalls krank ist. Doch auch ich kenne diese Sprüche, zumindest ansatzweise. Was Freunde betrift, bin ich offensichtlich in derselben Situation wie du, alle viel zu weit weg. Hier gäbe es aber immerhin Schwiegermama, die den Kleinen zwischendurch mal nimmt.

    Ich drück dich.

    Liebe Grüße
    Sandra

    März 9, 2017 at 10:06
    • Antworte MadameLustig

      Meine liebe Sandra,
      vielen Dank für deine lieben Worte. Krank sein ist echt käse und wenn da dann noch ein kleiner Mensch da ist, der umsorgt werden will, ist das oft alles doppelt schwer. Ich finde es toll, dass dein Mann dir da so unter die Arme greift (meiner ist leider von früh morgens bis Abends arbeiten gewesen) und du eine Schwiegermama hast, dir dir den Kleinen abnimmt, wenn du etwas Ruhe brauchst. So sollte es sein. Eine Mama sollte nicht alles alleine wuppen müssen.

      Fühl dich ganz lieb gedrückt und werd ganz schnell wieder gesund (dein Herzmann auch!). :-*
      Maike

      März 9, 2017 at 19:08
  • Antworte Vanessa

    Ich bin zwar keine Mama, würde aber nie zu Freundinnen, Bekannten oder what ever sagen “Hey selbst Schuld!”. Ich wär da mehr an der “Ja klar, kein Problem, nehm ich das Kind mal für 1-2 Stunden und genieß deine Zeit für dich/mit Mann.”
    Ok, mag zwar sein, dass du es dir (mehr oder weniger) ausgesucht hast, nicht da zu leben wo Omas und/oder Opas den Kleinen mal eben nehmen kann, da ist man dann quasi “selber Schuld” – aber trotzdem.
    Egal ob Mama oder nicht, wir alle sollen immer funktionieren, aber das geht halt nicht und ist vollkommen ok! (Und ich finde, dass auch gerade Kinder lernen sollten, dass auch Mamas und Papas keine 24/7 Bespaßungsmaschinen sind)

    März 9, 2017 at 13:21
    • Antworte MadameLustig

      Du sagst es, liebe Vanessa. Jeder soll funktionieren und das ist einfach nur falsch. Wir sind alle keine Maschinen und sollten so schnell es geht der Leistungsgesellschaft den Rücken kehren. Dass psychische Krankheiten und Rücken- und Gelenkprobleme zunehmen und immer häufiger zu Arbeitsunfähigkeit führen kommt ja schließlich nicht von irgendwo.

      Ganz liebe Grüße und vielen Dank für deinen lieben Kommentar! 😀
      Maike

      März 9, 2017 at 19:17
  • Antworte Buchstabenträumerin

    Du hast vollkommen Recht mit allem was du hier schreibst. Wie oft schleppt man sich durch den Tag, erschöpft, erkältet, und macht trotzdem weiter, weil man ja muss. Kommt dann ein Norovirus geht das aber partout nicht mehr! Das habe ich selbst zwei Mal hinter mich gebracht 🙁 Ich bin etwas überrascht, dass dein Umfeld so hart reagierte, ich kann immerhin auf Verständnis bauen, wenn auch nicht auf Unterstützung (Freunde arbeiten bei mir schließlich auch…). Das Verständnis sollte aber immer da sein! Danke für diesen Beitrag 🙂

    Liebe Grüße,
    Anna

    März 9, 2017 at 16:17
    • Antworte MadameLustig

      Danke für deine lieben Worte, liebe Anna!
      Mein Umfeld besteht fast ausschließlich aus Karrieremenschen, die sich gegen Kinder entschieden haben oder aber aus Jüngeren, die noch keine Kinder auf dem Plan haben. Das ist auch okay, jedem schließlich das seine. Was mich aber stört ist, dass man als Mutter wohl keine Rechte mehr zu haben scheint und sich selbst aufgeben muss. Das ist falsch und sollte nicht so sein. Eine Mama ist immer noch eine eigenständige Person mit Wünschen, Träumen und Bedürfnissen. Ich hoffe, das verstehen die Menschen irgendwann.

      Ganz liebe Grüße
      Maike

      März 9, 2017 at 19:31
  • Antworte Buchbahnhof

    Hey!
    Als ich gerade die letzten zwei Tage im Bett lag und nicht mehr wusste, wie ich mich und die Katzen versorgen soll (zum Glück habe ich meine Mutter nebenan wohnen, die das übernommen hat), da habe ich an die ganzen alleinerziehenden Mütter oder Menschen, die allein sind gedacht. Ich habe mich gefragt, wie die das auf die Reihe bekommen. Ich kann also sehr gut nachvollziehen, was du schreibst. Ich weiß nicht, wie ich die letzten 2 Tage ein Kind hätte versorgen sollen… Irgendwie wäre es wahrscheinlich gegangen, weil es gehen muss, aber sicher bin ich nicht.

    Ich glaube, dass das Problem, das heutige Mütter haben, das ist, dass ihr die Ersten seid, die euer Recht auf “ich” einfordert. Und das ist gut, dass ihr es tut. Aber es ist halt auch ein schwieriger Weg, Wegbereiter für etwas zu sein. Ich zumindest kenne es von meiner Mutter nicht, dass die mal länger als eine Stunde nicht verfügbar war, als wir Kinder waren. Die Eltern, die Mütter meiner Generation haben einfach funktioniert, zumindest wüsste ich nicht, dass es bei Freunden anders war. Ich frage mich immer, woher das kommt. Haben die einfach durchgehalten? Waren die härter im Nehmen, als wir es heute sind? Oder waren einfach, wenn es doch mal nicht ging, mehr Verwandte zur Stelle, dass man das als Kind gar nicht so mitbekommen hat, wenn Mama mal ausfiel. Ist eigentlich echt etwas, was ich meine Mutter mal fragen muss.
    Ich glaube allerdings, dass dieses “ich” trotz Kind (also Hobbys nachgehen, auch mal krank sein dürfen, etc.) das heute von Müttern zu Recht eingefordert wird, bei Müttern unserer Generation noch gar nicht so präsent war. Meine Mutter hatte keine Hobbys (zu haben), zumindest keine, für die sie außer Haus musste, die war für uns Kinder da; nicht mehr und nicht weniger, und das war für alle völlig selbstverständlich. Das hat niemand angeweifelt, dass das gut und richtig ist. Bei uns war es noch total selten, dass ein Klassenkamerad erzählte, dass seine oder ihre Mutter arbeiten geht (zumindest bei uns auf dem Land, ich glaube in der Stadt war das schon normaler). Heute ist das etwas völlig Normales. Unsere Mütter blieben eben doch überwiegend noch zuhause und kümmerten sich um Haushalt und Kinder.

    Ich denke, dass da in den letzten Jahren ein gesellschaftlicher Wandel eingesetzt hat, der gut und richtig ist, aber das es noch viele Jahre dauern wird, bis sich in allen Köpfen festgesetzt hat, dass Mütter eben auch Menschen mit ihren eigenen Bedürfnissen sind. Ihr seid jetzt die Generation (ich zähle mich nicht dazu da ich keine Kinder habe und auch keine bekommen werde), die dafür kämpfen muss, dass es für die nachfolgenden Generationen selbstverständlich ist. Das ist hart, aber ist mit allem so, was sich neu durchsetzen soll.

    Also, Kopf hoch und weiter so. Du bist mit dem, was du für dich einfordest eindeutig im Recht. Lass dir nichts anderes einreden.

    Viele Grüße
    Yvonne

    März 9, 2017 at 16:20
    • Antworte MadameLustig

      Liebe Yvonne, vielen Dank für deinen tollen Kommentar!
      Du hast natürlich recht: es ändert sich gerade sehr viel. Früher war vieles anders. Nicht unbedingt besser oder einfacher, aber anders. Man hat sich nicht wegen jeder Kleinigkeit den Kopf zerbrochen, hatte nicht andauernd Angst, einen Fehler zu machen und ist seinen Weg gegangen. Dabei war damals natürlich nicht immer alles richtig, vieles oft zu hart und ungerecht der Kinder gegenüber, aber darüber hat man sich früher kaum Gedanken gemacht. Man hat die Kinder so erzogen, wie man es als richtig empfunden hat und ich glaube, das befreit schon irgendwie .. dass man seinen Weg gehen kann und sich niemand groß dafür interessiert. Heute hingegen ist es so, dass zig Ratgeber und Artikel über Artikel gelesen werden, um ja keinen Fehler in der Kindererziehung zu machen. Koliken, Entwicklungssprünge, Trotzphasen, Wutanfälle etc können schon ziemlich an den Nerven zerren und da man ja nur das Beste für das Kind will, liest man sich dusselig. Man liest, was das Kind durchmacht, wieso es sich verhält, wie es sich verhält und was für schwere Folgen es für das Kind hat, wenn man als Eltern darauf nicht so und so reagiert. Und man will ja natürlich nicht, dass das Kind Schaden nimmt, also macht und tut man und entwickelt im schlimmsten Fall sogar Angst davor, etwas falsch zu machen. Unser Kinderarzt hat mal zu mir gesagt, dass wir verlernt hätten, auf unseren Instinkt zu hören und das ist tatsächlich so. Früher hatten die Mütter weniger Angst, Fehler zu machen. Sie haben getan, was sie für richtig hielten und nicht, was unzählige Ratgeber und Kinderpsychologen so von sich geben und es hat einfach niemanden interessiert.

      Vielleicht sollten wir versuchen, einen Mittelweg zu finden. Auf unsere Instinkte hören, die Gefühle und Bedürfnisse aller Familienmitglieder gleichermaßen respektieren und aufhören, andere über uns urteilen zu lassen.

      Liebe Grüße
      Maike

      März 9, 2017 at 19:57
      • Antworte Buchbahnhof

        Hallo Maike,
        ja, das ist mir bei Freundinnen auch aufgefallen, wie viel verglichen wird und wie die (teilweise) sofort panisch sind, wenn Kind X nicht mit genau 4 Monaten, 5 Tagen und 3 Minuten Y ausführt. Der Druck ist da wirklich viel zu hoch. Natürlich entwickelt sich jedes Kind unterschiedlich schnell, genau wie wir als Erwachsene uns unterschiedlich entwickeln. Das ist wirklich eine ganz furchtbare Entwicklung, dass lieber auf andere Mütter oder sonstwen gehört wird, anstatt einfach mal das Bauchgefühl zu befragen. Die Eltern kennen ihr Kind doch am besten und wenn es eben 7 Tage länger braucht, um anzufangen zu krabbeln, dann braucht es die eben. Gefühlt fängt der Leistungsdruck heute schon beim Baby an. Ich bin immer ganz froh, wenn ich bei einer meiner besten Freundinnen bin. Die ist mit ihren beiden (4 und 2 Jahre) total entspannt und die entwickeln sich prächtig, wenn die Große der beiden auch zweitweise hinter dem Durchschnitt lag. Hat meine Freundin immer amüsiert berichtet, was für tolle Tipps sie von anderen Müttern bekommen hat, die sie alle einfach ignoriert hat. Heute ist von hinterher sein nichts mehr zu merken.

        Ich weiß, dass meine Mutter immer erzählt hat, dass sie ohne mich keinen Schritt gehen konnte, denn dann habe ich angefangen zu schreien. Sie hatte es wohl perfektioniert alles mit einem unter den Arm geklemmten Baby zu machen, sogar abwaschen. Dann war ich ruhig. Heute würde der Mutter wohl was schon Schreibaby erzählt. Je nachdem, wie die Einstellung des Gegenparts ist würde es heißen: Lass es schreien, das muss es lernen oder oh mein Gott, das Baby hat irgendwas, lass es bloß von allen möglichen Ärzten untersuchen. Der Kinderarzt sagte damals: Die ist gesund, nur eben nicht gerne alleine. Irgendwann hat sich das wohl gelegt, denn heute muss sie mich nicht mehr unter dem Arm mit sich rumschleppen 😉 Ich glaub, es war einiges einfacher, weil man einfach auch gar nicht die Möglichkeiten hatte, so viel mit anderen zu vergleichen. Einfach haben Mütter es heute ganz sicher nicht.

        Ich drück dich feste. Du machst das sicher ganz prima. Einfach nicht auf die anderen hören (ich weiß, ist in allen Lebenslagen leichter gesagt als getan).
        LG
        Yvonne

        März 9, 2017 at 21:43
  • Antworte Julia

    Sehr schöner Beitrag! Meine Schwester arbeitet in einer Kita und bekommt so viel mit von den Eltern. Viele Mütter klagen darüber wie stressig das Mutter-Dasein ist und welche Ansprüche andere haben. Du hast sehr schön beschrieben, dass Mütter auch nur Menschen sind und logischerweise mal krank sind, Ruhe brauchen und Ausschlafen wollen. Es wird Zeit, dass Aussenstehende das auch endlich akzeptieren!
    Ich hoffe du bist inzwischen wieder auf den Beinen und kannst wieder an Kissenschlachten teilnehmen <3
    Liebe Grüsse
    Julia

    März 9, 2017 at 21:31
    • Antworte MadameLustig

      Liebe Julia,
      vielen Dank für deinen lieben und aufmunternden Kommentar! <3 Die Ansprüche anderer an uns Mütter, die du angesprochen hast, sind, so glaube ich, oft das größte Problem. Sie sind es, die unter Druck setzen und das Gefühl vermitteln, nicht gut genug zu sein. Es wird Zeit, das eine Mama wieder auf ihre Instinkte hören darf.

      Ganz liebe Grüße
      Maike

      März 14, 2017 at 09:30
  • Antworte Ramona

    Liebe Maike,

    ich bin zwar keine Mama, aber dein Text rührt mich trotzdem sehr!
    Ich sehe es jetzt mit ein paar Jahren Abstand, wenn ich meine eigene Mama anschaue. Der ging es nicht anders, als wir noch kleiner waren.
    Nur als Mama hat sie auch oft die größten Ansprüche an sich selbst gehabt.
    Wenn wir ihr als “etwas ältere” Kinder dann manchmal sagten, sie solle dies und das doch ruhig machen, hatte sie beinahe schon ein schlechtes Gewissen, es auch zu tun.
    Der Druck, eine Mutter zu sein und irgendwelchen Ansprüchen zu genügen, die wer auch immer erfunden hat, verändert sich wohl nie. Er wird nur immer noch absurder und noch extremer in manchen Bereichen.

    Und ich kann gut verstehen, dass man nicht immer nur als Person “Mama” existieren möchte, sondern auch mal das Ich-Gefühl braucht.
    Eigentlich ist es ja ähnlich wie in einer Beziehung. Immer unr Wir funktioniert nicht. Manchmal muss man sich auch als Individuum betrachten. Und das hat nichts damit zu tun, dass man einander nicht liebt.
    Entschuldige, wenn der Vergleich dir zu banal erscheint, aber so ohne Kind-Vergleich habe ich versucht, das für mich umzusetzen.

    Ich hoffe, es geht dir mittlerweile wieder besser!
    Und wenn du einfach mal jemandem zum Ausweinen brauchst, ich stehe dir jederzeit zu Verfügung!

    Fühl dich gedrückt!
    Ramona

    März 17, 2017 at 11:06
    • Antworte MadameLustig

      Liebe Ramona, vielen vielen Dank für deine herzlichen Worte! <3
      Dein Vergleich ist absolut nicht banal, sondern sehr treffend, denn auch dabei geht es darum, dass man trotz des ganzen WIR immer noch eine eigenständige Person ist und dieses ICH nunmal auch Aufmerksamkeit benötigt.

      Mich nervt es extrem, dass wir so von Perfektionismus und Muss-Gedanken beherrscht sind, wo wir doch eigentlich locker und glücklich sein sollten, um unsere Zeit miteinander auch genießen zu können.

      Ganz liebe Grüße und einen dicken Drücker zurück
      Maike

      März 20, 2017 at 09:53
  • Antworte [Blog-Stöberrunde] 3/2017 | Buchbahnhof

    […] Lustig von Kunterbunte Flaschenpost hat einen sehr berührenden Beitrag mit dem Titel „Mama ist auch nur ein Mensch“ […]

    März 27, 2017 at 16:12
  • Antworte Miri

    Liebe Maike!

    Danke für diesen tollen Text! Du sprichst mir echt aus der Seele!
    Ich bin seit neuneinhalb Monaten Mama und wir sind mit einem recht anspruchsvollen Kind gesegnet, das sehr viel Aufmerksamkeit brauchte und noch braucht. Da sind die Akkus schnell mal leer.
    Was für andere Mütter völlig selbstverständlich war/ist, stellte für mich eine Herausforderung dar, in die ich erst hinein wachsen musste.
    Zu Anfang traute sich kaum einer auf das Tochterkind ein Auge zu haben, denn sie wussten nicht, wie sie damit umgehen sollten, dass sie so schnell und so viel schrie. Das legte sich zum Glück und meine Schwägerin und meine Eltern sind mittlerweile eine sehr große Hilfe, aber eben auch nur am Wochenende verfügbar.
    Mein Mann ist auch ein wahrer Goldschatz und nimmt sich sehr intensiv seiner kleinen Tochter an. Da habe ich echt Glück, muss ich sagen. <3

    Aber ich bin Sprüche wie "Dann lass sie quengeln/schreien/weinen/brüllen." oder "Du wolltest es ja so. Du wolltest ein Kind." echt leid. Das hilft niemandem…
    Unglaublich wie viele Leute teilweise ungefragt Kommentare von sich geben und vermeintlich Ratschläge, aber wenn es dann hart auf hart kommt und Hilfe benötigt wird, dann sind genau diese Leute plötzlich beschäftigt oder haben irgendeine andere lahme Ausrede parat. Echt traurig…

    Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, warum so viele Mütter nach außen hin die perfekte Mama geben, innerlich aber an dem Stress zerbrechen. Diese Mütter machen nicht nur ihr eigenes Leben schwer, sie erschweren auch das der Mütter, die offen und ehrlich zugeben, dass das Mamasein manchmal einfach nur mächtig anstrengend ist.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

    Liebe Grüße
    Miri

    April 8, 2017 at 17:08
    • Antworte MadameLustig

      Liebe Miri,
      vielen Dank für dein liebes Feedback! So ein anspruchsvolles Kind habe ich auch. Wenn ich ihn mal fünf Minuten nicht irgendwie an mir kleben habe, ist das viel. Da kämpfe ich auch mit Unverständnis, weil viele nicht verstehen, warum ich das mitmache. Aber ich glaube nicht, dass sie das böse meinen, vielmehr sind wir einfach völlig anders erzogen und unterschiedliche Charaktere und das spielt in Erziehungsfragen natürlich auch mit rein.

      Ich denke, wenn wir uns alle mal ein wenig von dem ewigen Perfektionismus und der Angst davor, was andere über uns denken könnten, verabschieden und anfangen, unsere Menschlichkeit nicht als Schwäche zu sehen, wären wir alle glücklicher. Und freier.

      Ich wünsche dir und deiner kleiner Familie auch viel Kraft und alles Gute!
      Maike

      April 17, 2017 at 08:31
  • Antworte Kaddy

    Hallo Maike,

    obwohl ich selbst keine Mutter bin empfand ich deinen Beitrag als einen tollen Einblick in das dasein einer Mutter bzw. die Probleme mit denen man konfrontiert wird. Und ja, auch Mütter sind nur Menschen aber heutzutage scheinbar ja nicht mehr seit dem alles nur noch auf Leistung getrimmt wird.

    Gerade bei dem Stichwort “…du wolltest ja ein Kind und musst da durch…” bin ich echt sauer geworden. Was soll das bitte für ein Argument sein, oder ist dass die Antwort auf alles? Gerade wenn deine Freunde und Verwandten selbst Kinder haben hätte ich mit einer anderen Reaktion gerechnet.

    Bei uns zu Hause ist es so, dass wir unserer Mutter (und auch Vater) unter die Arme greifen, wenn wir das können. Mag sein, dass das erst jetzt von selbst geht weil wir alle Erwachsen sind oder weil man selbst mitbekommet wie anstrengend so ein Alltag sein kann. Gerade wenn meine Mutter krank ist springe ich für sie ein und erledige so viel wie ich kann an dem Tag damit sie sich ausruhen kann, was manchmal knüppelharte Arbeit ist.
    Ich hoffe, dass das bei dir in Zukunft auch irgendwann mal der Fall sein wird oder die Leute zumindest etwas Verständnis zeigen. Aber mit deiner Aussage hast du Recht, wir alle sind nur Menschen und können nicht immer funktionieren.

    April 17, 2017 at 00:06
    • Antworte MadameLustig

      Liebe Kaddy,
      vielen Dank für dein liebes Feedback! 🙂

      In einer Leistungsgesellschaft wie der unseren sind solche Sprüche leider Gang und Gebe. Wir werden nach unseren Fehlern bzw nach unseren Erfolgen beurteilt und Schwächen werden kaum toleriert. Und wenn es um Kinder geht schon 3x nicht. Unsere Gesellschaft ist sehr empfindlich, wenn es um das geht, was für unseren Nachwuchs am besten ist und scheut da auch nicht, fleißig den Du-Du- Finger zu erheben, wenn du mal etwas zu sehr schimpfst, dein Kind was Süßes naschen darf, die Schuhe keine Barfußschuhe sind und und und.

      Übrigens waren wir schon immer eine Leistungsgesellschaft, in der es wichtig war zu funktionieren. Während meiner Kindheit hieß das allerdings noch, dass wir Kinder zu spuren hatten. Sprich, dass wir uns an unsere Eltern anpassen mussten und nicht umgekehrt. Damals wurde nicht jedes Wort, das an uns Kinder gerichtet wurde, erstmal auf die Goldwaage gelegt und überlegt, was für Folgen es für uns haben könnte.

      Ganz liebe Grüße
      Maike

      April 17, 2017 at 08:42
  • Antworte „Kunterbunte Flaschenpost“ stellt sich vor | Walking in the Clouds – Das Portal rund um Romance in Buch, Film & Co.

    […] die unterschiedlichsten Gefühle entlockt hat. Im zweiten Artikel schreibe ich darüber, dass Mama auch nur ein Mensch ist und nicht perfekt funktionieren und sich selbst aufgeben muss, um eine gute Mutter zu sein. Dabei […]

    Juni 27, 2017 at 19:47
  • Antworte Janna | KeJas-BlogBuch

    Deinen Worten ist nicht hinzuzufügen, sie sind wunderbar und vollständig, so wie sie hier stehen <3

    Auch wenn meine Tochter bereits 15 ist, kann ich mich noch sehr gut an die Zeiten ihrer ersten Jahre erinnern! Und eben u.a. solchen Aussagen mit denen auch du zu kämpfen hast, wobei bei mir ja auch immer dieses "Selbst schuld – mit 16 Mutter werden …" mitschwamm -.-

    Tja, ob nun mit 16, Mitte 20 oder Anfang 30 – ja, man funktioniert in vielem, besonders wenn eigentlich nichts mehr geht! ABER auch wir dürfen jammern, uns eine Pause gönnen und Lustlos sein. Wir leiben unser Kinder/unsere Kinder – wir tun alles für sie – aber um dies gut und gutgelaunt zu tun, müssen wir auch etwas für uns tun. Und sei es einfach mal ein Abend ohne Verpflichtungen auf dem Sofa.

    Es ist das Bild nach außen, welchem viele Mütter gerecht werden wollen – dazu gehören keine Schwächen, traurig aber wahr. Wo es doch aber gerade der Spagat zwischen Mutter-sein, Berufstätigkeit, Ehefrau/Freundin und Haushalt ist der einen dann mal k.o. ins Bett fallen lässt.

    So, so viel zu dienen Worten ist meinerseits nichts hinzuzufügen 😀

    Liebe Grüße
    Janna

    Oktober 1, 2017 at 10:57
    • Antworte MadameLustig

      Liebe Janna, ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich über deinen Kommentar freue und wie dankbar ich dir bin! <3
      Du hast natürlich vollkommen Recht. Man will als Mutter nach außen hin perfekt wirken, aber ich habe auch oft den Eindruck, das etwas anderes gar nicht erst akzeptiert werden und man gleich ins Abseits katapultiert werden würde. Sehr traurig. Dabei soll das Mutter-Sein doch eigentlich DIE Erfüllung sein. Und wie soll ich meinem Kind beibringen, dass Schwächen okay sind, wenn ich mir als Mutter keine leisten darf? Ich verstehe nicht, wieso wir so viel Angst davor haben, menschlich zu sein. Wenn menschlich sein doch nur so ansteckend wäre, wie dieses Maschine-Sein, das in den letzten Jahren so modern wurde!

      Fühl dich ganz lieb gedrückt,
      Maike

      Oktober 1, 2017 at 12:09
      • Antworte Janna | KeJas-BlogBuch

        Oh ich denke das ist einfach unsere Gesellschaft – Leistungsdruck, abliefern müssen und das egal in welchem Bereich! So eben entstehen die Anforderungen der Gesellschaft und an einem Selbst – wichtig ist sich dem nicht hinzugeben, denn das macht kaputt. Mensch ist Mensch und keine Maschiene – und wir machen uns doch erst über unsere “Schwächen” aus …. Wichtig ist sich nicht zu verlieren, ob man sich bewusst eine Auszeit gönnt als Elternteil oder einfach mal ausfällt weil nichts mehr geht und das selbst akzeptiert und dies auch nach außenhin suggeriert!

        Hab einen feinen Wochenstart!

        Oktober 2, 2017 at 13:46

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