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Maybe Someday von Colleen Hoover

Ihr Name ist schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr und auch in Deutschland erfreut sich Cooleen Hoover inzwischen einer großen Beliebtheit. Ihre Fangemeinde wächst mit jedem Buch und auch ich kann es spätestens nach Maybe Someday nicht mehr leugnen: Ich bin ein Fan! Mehr noch, ich würde sogar sagen, dass sich Frau Hoover inzwischen zu einer meiner Lieblingsautorinnen gemausert hat. Doch leider haben auch ihre Bücher eine letzte Seite, sodass das Lesevergnügen immer nur von begrenzter Dauer und auch der damit verbundene Hach-Moment irgendwann zu Ende ist.

Erschienen: März 2016 im dtv Verlag | Originaltitel: Maybe Someday | Format: Broschiert/Ebook | Seiten: 432 | Übersetzung: Kattrin Stier | Webseite der Autorin Colleen Hoover | Bewertung: 4 von 5 Fläschchen

Aber worum geht es eigentlich?
Sydney ist Studentin, lebt mit ihrer besten Freundin in einer Wohngemeinschaft und führt eine glückliche Beziehung. Dachte sie zumindest. Als an ihrem Geburtstag ihre Welt über ihr einstürzt, braucht Sydney dringend eine neue Bleibe und da ihr Nachbar Ridge in seiner Wohngemeinschaft noch ein Zimmer frei hat und er Sydneys Hilfe beim Songtexte schreiben sowieso gut gebrauchen könnte, bietet er ihr an, vorerst bei ihm unterzukommen. Nicht ahnend, dass dieses Wohnarrangement ihrer beider Leben auf eine Art auf den Kopf stellen würde, wie sie es beide nicht für möglich gehalten hätten, nimmt Sydney das Angebot an …

 Auf die Gefahr hin ..
dass ich mich bei jedem ihrer Bücher wiederhole: ich bin auch dieses Mal wieder absolut in den Schreibstil von Frau Hoover verliebt. Ihr gelingt es wie keiner anderen, mich immer und immer wieder mit nur ein paar einfachen Sätzen in ihren Bann zu ziehen und mit ihren Worten zu verzaubern. Diese gefühlvolle Leichtigkeit, die man aus jedem ihrer Sätze herauslesen kann und die mich bereits von der ersten Seite an in Taschentuchalarm versetzt, ist es, was Frau Hoovers Stil so besonders, so mitreißend macht. Gespickt mit einer guten Portion Humor und nachdenklich stimmender Ernsthaftigkeit an den richtigen Stellen sorgt Frau Hoover für ein Wechselbad der Gefühle.

Noch nie zuvor in meinem Leben hat sich etwas so gut angefühlt
und so unglaublich wehgetan. (S. 199)

Doch Frau Hoover hat nicht nur ein Händchen für berührende Geschichten, sondern auch für starke, einprägsame und unverwechselbare Charaktere. Ihr gelingt es, jedem einzelnen seine ganz persönliche Note zu verleihen, lässt sie unverfälscht wirken und lebendig werden und gibt mir stets das Gefühl, ein willkommener Gast in deren Mitte zu sein. Den zentralen Punkt der Geschichte nehmen natürlich Sydney und Ridge ein, zwei Charaktere, die man einfach von der ersten Seite an gerne hat. Beide sind sie starke Persönlichkeiten, Kämpfer und haben das Herz am rechten Fleck. Es dauerte nicht lange, bis ich einen Zugang zu beiden gefunden und sie in mein Herz geschlossen hatte. Allerdings muss ich sagen, dass Sydney nicht mein Liebling war, was jedoch nichts mit ihrer Person beziehungsweise ihrem Charakter zu tun hatte. Es ist einfach so, dass ich Ridge als Gesamtbild viel interessanter fand, weil er mir etwas bieten konnte, was mir bislang fremd war und mich gebannt an den Seiten kleben ließ, um fasziniert seinen Handlungen und Ausführungen zu folgen.

Manchmal braucht es ein
paar Scheißtage im 
Leben, damit wir den Blick für die
guten nicht verlieren. (S. 328)

Mit Maybe Someday erzählt Frau Hoover erneut eine Geschichte wie aus dem Leben gegriffen und geht dabei gleichermaßen sensibel wie direkt vor, um den Leser in Themen einzuführen, die nicht in jedermanns Alltag eine Rolle spielen. Und nein, ich werde euch jetzt nicht verraten, welches Thema ich ganz speziell meine, denn auch, wenn es recht schnell eine zentrale Rolle in der Geschichte einnimmt, möchte ich euch diesen Oh-Effekt, den ich in dem Moment verspürte, als ich es las, nicht nehmen. Nur so viel: ich war begeistert davon, dass Frau Hoover sich in dieses Terrain vorgewagt hat, davon, wie sie es umgesetzt und mich dazu ermuntert hat, die Welt auch mal auf andere Weise verstehen zu wollen. Dadurch hat sie während des Lesens in mir nicht nur unzählige Emotionen ausgelöst, sondern auch den Wunsch danach, all die Kleinigkeiten der Geschichte ebenso spüren zu wollen, wie die Charaktere.

Neben dieser ach so mega geheimnisvollen Thematik gibt es auch hier natürlich eine Liebesgeschichte und damit komme ich zu einem Punkt, der mich nicht zu hundert Prozent glücklich gestimmt hat. Für ordentlich Herzschmerz sorgt diesmal eine Dreickecks-Kiste und nein, das ich nicht der Grund, weswegen ich unglücklich bin. Liebe passiert eben, man plant sie nicht. Vielmehr haben mich Anfang und Ende des Ganzen gestört. Sydney ist noch nicht ganz aus ihrer Beziehung draußen und hat noch kräftig an der Sache zu knabbern, da schwebt sie auch schon wieder auf der Liebeswolke. Das ging mir zu schnell, zu nahtlos. Und auch das Ende, genauer gesagt die letzten paar Seiten, empfand ich als störend. Ich hätte sie nicht gebraucht. Viel lieber wäre mir gewesen, das Buch hätte mit der kleinen musikalischen Einlage am Schluss sein Ende gefunden und mich mit diesem zufriedenen Hach-Moment zurückgelassen, den ich bekomme, wenn ich weiß, dass alles gut wird, meine lieb gewonnenen Charaktere nun ihren Weg gehen und glücklich werden. Allein, ohne mich. Es ist wie im realen Leben auch: man begleitet Freunde, steht ihnen zur Seite und freut sich für sie, aber ab einem gewissen Punkt klinkt man sich aus, denn ab da geht es einen einfach nichts mehr an.

Wir geben uns so viel Mühe, das was wir wirklich
fühlen, vor denjenigen zu verbergen, die am dringensten über unsere
Gefühle Bescheid wissen sollten. (S. 357)

Musik spielt in Maybe Someday eine ganz zentrale Rolle, dienen die wunderschönen Songtexte hier doch als Mittel, die Gefühle Sydneys und Rigdes zueinander auszudrücken. Besonders das Texten habe ich genossen, diese Suche nach den richtigen Worten für das, was das Herz da ganz leise und im Verborgenen spürt. Wenn ich bedenke, WIE wichtig diese Songs für das Verstehen der Handlung sind, finde ich es nur schade, dass die Texte nicht auch übersetzt wurden. Auch in der heutigen Zeit kann man nicht erwarten, dass jeder der englischen Sprache mächtig ist und für jene, die damit so ihre Probleme haben, sehe ich eine ziemliche Minderung des Lesevergnügens.

Wer jetzt die Lust verspürt, sich von den Songs einmal verzaubern zu lassen, für den hält Colleen Hoover ein kleines Schmankerl bereit: am Ende des Buchs gibt es einen QR-Code, über den ihr auf eine gemeinsame Seite von Colleen Hoover und dem Sänger der Songs, Griffin Peterson, gelangt, wo ihr nach Lust und Laune durch die Lieder klicken und euch darin verlieren könnt.

Zusammengefasst heißt das .. 
Frau Hoover hat einen Lauf: mit Maybe Someday ist es ihr zum 4. Mal in Folge gelungen, mich von ihrem schriftstellerischem Talent zu überzeugen und mich mit Enthüllungen und Wendungen zu überraschen. Da ist es auch zu verschmerzen, dass mir Beginn und Ende nicht ganz zusagten, denn mit dem Rest der Geschichte hat Frau Hoover jedes noch so kleine Kritikpünktchen wieder wett gemacht, mich zum lachen, verzweifeln und weinen gebracht.

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11 Gedanken

  • Antworte Rebecca S.

    Erste! 😀

    Ich mag deine Rezensionen wirklich sehr gerne. 🙂
    Und ich finde es gut, dass du diesen "Oh-Moment" nochmal hervorgehoben und nicht verraten hast. Ich hab das hier und da schon in Rezis gelesen und fand das schade. Denn gerade dieses "Oh!" fand ich toll und hat mich noch weiter in die Geschichte gesogen. Das sollte jeder selbst erleben^^

    Ansonsten kann ich dir nur zustimmen. Colleen Hoover hat's drauf. Keine Frage. Wenn ich das Buch nicht schon selbst gelesen bzw. im Regal stehen hätte, dann würde ich das spätestens jetzt ändern wollen. 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Rebecca von Bookaloo

    April 17, 2016 at 12:45
  • Antworte Madame Lustig

    Liebe Rebecca, danke danke danke für deine lieben Worte. Ich kann gar nicht sagen, wie viel es mir bedeutet, gerade nach Rezensionen, bei denen es mir schwer fiel, die richtigen Worte zu finden, so ein liebes Feedback zu lesen. 😉

    Genau so war es bei mir nach dem Oh-Moment auch, weswegen ich hier nicht näher darauf eingegangen bin. Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber ich könnte mir vorstellen, dass diese Thematik in diesem Rahmen eine andere Wirkung auf den Leser hat, wenn man sich vorweg schon darauf einstellen konnte.

    Ganz liebe Grüße zurück 🙂
    Maike

    April 17, 2016 at 14:14
  • Antworte ~*Nina*~

    Hallo liebe Maike!

    Colleen Hoovers Bücher genieße ich derzeit ein wenig mit Vorsicht. Ihr "Layken und Will" Geschichte hat mich verzaubern können, mit "Hope Forever" konnte ich aber leider so gar nichts anfangen. Trotzdem möchte ich "Maybe Someday" unbedingt lesen, denn es geht um die schönsten Dinge im Leben: Musik und die Liebe. ♥ Das Foto, dass du vom Büchlein gemacht hast, ist übrigens super süß! 🙂

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

    April 18, 2016 at 04:12
  • Antworte Madame Lustig

    Hallo liebe Nina,

    "Hope Forever" habe ich nicht gelesen, weswegen ich in dem Fall leider nicht mitreden kann. Die Bücher, die ich bereits von Colleen Hoover kenne, sind "Will & Layken", "Love and Confess" und "Maybe Someday" und alle konnten sie mich begeistern. Allerdings muss ich sagen, dass ich "Love and Confess" noch einen Ticken besser fand, als "Maybe Someday", was aber nicht an der Geschichte selbst, sondern an meinem Kritikpunkt zum Thema Beginn/Ende liegt.

    Ich drücke dir jedenfalls ganz fest die Daumen, dass dir "Maybe Someday" gefällt und du nicht wieder enttäuscht wirst. 😉

    Liebe Grüße
    Maike

    April 18, 2016 at 10:35
  • Antworte Kielfeder

    Liebe Maike,

    nachdem ich das Buch gerade erst bekommen habe, musste ich gleich mal deine Rezension lesen! 🙂
    Jetzt bin ich ja noch ein Stück mehr gespannt, trotz der kleinen Kritik…

    Liebe Grüße,
    Ramona

    April 20, 2016 at 08:19
  • Antworte Tatze

    Hey Maike 🙂

    jetzt komme ich auch endlich mal dazu deine Rezi zu lesen! Das Ende scheint ja vielen nicht gefallen zu haben. Den Anfang empfand ich gar nicht so schlimm wie du, für mich kam die Liebe zu Ridge aber auch fließend. Wie hat dir denn die Musik gefallen?

    Liebe Grüße,
    Tati

    April 23, 2016 at 20:37
  • Antworte Madame Lustig

    Hallo liebe Ramona,

    ganz lieben Dank für deinen Kommentar. 🙂
    Mittlerweile hast du das Buch ja auch gelesen und ich warte gespannt auf deine Rezension. Oder hast du sie schon gepostet? Muss ich gleich mal gucken kommen. 😀

    Liebe Grüße
    Maike

    April 25, 2016 at 10:57
  • Antworte Madame Lustig

    Hallo liebe Tati,

    das Ende hatte für mich weniger mit "nicht gefallen" als mit "nicht passen" zu tun. Irgendwie empfand ich das einfach nicht mehr als stimmig und rund.

    Die Musik fand ich toll. So toll, dass sie auch heute noch immer wieder in Dauerschleife gespielt wird. Und das, obwohl mein musikalischer Geschmack eigentlich eher in Richtung Rock/Punk geht. 😀

    Liebe Grüße
    Maike

    April 25, 2016 at 11:00
  • Antworte Lottasbuecher

    Hach..
    Colleen Hoover. Irgendwie glaube ich mittlerweile, dass sie einfach eine Autorengöttin ist. Anders geht es doch gar nicht. Wie kann man nur so grandiose Bücher schreiben? Es gab wirklich noch kein Buch (Okay, "Weil wir uns lieben" war nicht was ich erwartet hatte, aber darüber kann ich wegsehen), dass ich nicht von ihr mochte. Sie ist eine der wenigen Autorinnen, die einfach IMMER meine Emotionen zum Kochen bringt. 😀

    Liebst, Lotta

    Juli 11, 2016 at 13:38
  • Antworte Madame Lustig

    Ach liebe Lotta, du sprichst mir aus der Seele! Ihre Bücher berühren mich jedes Mal auf eine Art, wie es keiner anderen Autorin bisher gelungen ist und am Ende sitze ich immer total aufgelöst und doch rundum zufrieden da. Es ist das … Colleen Hoover Syndrom. 😀

    Liebe Grüße
    Maike

    Juli 15, 2016 at 19:09
  • Antworte Ich sage Dankeschön & auf Wiedersehen - Kunterbunte Flaschenpost

    […] „Liebe ist was für Idioten. Wie mich„, „Jane & Miss Tennyson„, „Maybe Someday“ und „No going back“ kamen da schon sehr sehr nah […]

    Dezember 29, 2016 at 21:17
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