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No going back von Stephanie Monahan

Als ich vor einiger Zeit auf der Suche nach potenziellem Wunschlistenfutter durch die Verlagsvorschauen streifte, entdeckte ich No going back von Stephanie Monahan. Dieses wunderschöne Cover, der starke Titel und der vielversprechende Klappentext haben es vereint in kürzester Zeit geschafft, mich neugierig zu machen. Mein Faible für Geschichten, in denen Musik eine große Rolle spielt, hat dann sein Übriges getan und so landete No going back ganz oben auf meiner Wunschliste.

Erschienen: September 2016 im dtv Verlag | Originaltitel: The Mean Girl Apologies | Format: Taschenbuch/Ebook | Seiten: 336
Übersetzung: Ivana Marinovic | Webseite der Autorin Stephanie Monahan | Bewertung: 4,5 von 5 Fläschchen

Aber worum geht es überhaupt?
Als sie während der Anprobe der Brautjungfernkleider plötzlich seine Stimme hört, weiß Natalie sofort, dass es in dem Song, den er singt, um sie geht. Er hat sie also nicht vergessen. Hat nicht vergessen, was sie getan hat. Als sich Natalie Zuhause schließlich sein komplettes Album anhört, fühlt sie sich vollends zurück in die Vergangenheit katapultiert, denn nicht nur eins, sondern ausnahmslos alle Lieder auf diesem Album erzählen von ihr. Von ihr und von ihm, Jack Moreland. Seine Texte halten ihr den Spiegel vor die Augen, erinnern sie daran, was für ein gemeiner Mensch sie damals war und für Natalie ist klar, dass sie dieser Mensch nicht mehr sein möchte. Und, dass es längst Zeit für ein paar Entschuldigungen ist ..

Zwischen den Buchdeckeln
wartet nicht nur eine, sondern gleich drei Geschichten auf den Leser. Einmal geht es natürlich um Natalie und Jack, um ihr Kennenlernen, ihre Entwicklung und ihren Bruch, ein anderes Mal um Natalie und ihre Freundinnen und zu guter Letzt um die Natalie, die sie heute, 3 Jahre nach der Highschool, ist. Drei Geschichten, drei Gesichter der Ich-Erzählerin Natalie und ich fand sie alle gut gezeichnet und unglaublich spannend. Wo man innerhalb der Highschool auf ein Mädchen trifft, das sich aus Selbstschutz hinter der beliebtesten Clique der Schule versteckt und lieber Gemeinheiten austeilt, als sie einstecken zu müssen, begegnen wir auf der anderen Seite einer Natalie, die voller Komplexe, freundlich, lustig und gefühlvoll ist und die mit der Zeit immer mehr aufblüht. Diese zwei Gesichter ihrer Selbst verfolgen Natalie auch noch als erwachsene Frau, doch weiß sie heute, wer sie wirklich ist und sein will und was am wichtigsten ist: sie hat auch den Mut dazu.

Jack lächelte. “Lass uns Du sagen. Und übrigens sind die wirklich guten Dinge nie schmerzlos.” (S. 105)

Sehr gut gefallen hat mir, dass Natalie nicht einfach nur hier und da von der Vergangenheit berichtet, sondern dass wir immer wieder über ganze Kapitel hinweg eine Reise in ihre Highschoolzeit unternehmen und somit ihren Wandel direkt miterleben. Diesen direkten Vergleich zwischen den beiden Natalies von früher und der von heute fand ich sehr spannend und konnte mich dank des gefühlvollen und lebendigen Schreibstils sehr leicht in jede der drei Natalie-Ausgaben hineinfühlen und tief in die Handlung abtauchen. Dabei spielt Jack eine ganz zentrale Rolle und um das noch einmal zu untermauern, werden die Zeitsprünge in die Vergangenheit mit Textpassagen aus seinen Songs eingeleitet. Songs, die von seiner Zeit mit Natalie erzählen.

Alles, was ich mir für dich wünsche, ist, dass du du bist. (S. 258)

Ich würde lügen, würde ich sagen, dass die Geschichte rund um Natalie und Jack nichts in mir ausgelöst hätte. Während des Lesens wurden eine ganze Reihe Erinnerungen in mir wachgerüttelt, die mich nicht nur mit einem Schlag zurück in meine eigene Schulzeit versetzt, sondern auch längst in eine Schachtel verfrachtete, unliebsame und wenig fröhliche Gefühl wieder hervorgeholt haben. Doch mache Bücher haben genau das zum Ziel, oder? Sie sollen zum Nachdenken und Überdenken anregen. Berühren. Und es hat mich wirklich unglaublich berührt. No going back ist ein Buch so voller Gefühle, ohne dabei kitschig oder überladen zu wirken. Auch die rosa Zuckerwattewolke gibt es nicht. Stattdessen dreht sich hier alles um Selbstfindung, ums Erwachsen werden, um Mut, ums Nein sagen. Darum, dass sich Menschen ändern können und eine zweite Chance verdienen.

Zusammengefasst heißt das nun
No going back ist sicher nicht rundum perfekt. So zum Beispiel gab es Situationen, in denen ich Natalie gerne geschüttelt oder aber in den Hintern getreten hätte, damit sie endlich mal ein wenig aus dem Quark kommt, doch komischerweise ändert das alles nichts daran, dass ich mich jetzt, nachdem die letzte Seite gelesen ist, einfach nur zufrieden zurücklehnen und der wunderschönen Geschichte mit ihren tollen Charakteren noch ein bisschen in meinen Gedanken nachhängen mag. Für mich war die Geschichte also perfekt und sie ist ganz sicher eins meiner Jahreshighlights.


Weitere Meinungen zu dem Buch: Ruby Celtic testet | Mein Bücherchaos

 

 

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