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    Jedes Jahr aufs Neue vergibt Lovelybooks den Leserpreis, einen Preis, bei dem Bücher aus den unterschiedlichsten Kategorien geehrt werden. Meine persönlichen Highlights waren dieses Jahr zum Beispiel das Cover von Silber – Das dritte Buch der Träume und So kalt wie Eis, so klar wie Glas, während ich meine Stimme in der Kategorie Jugendbücher Weil wir uns lieben, Opal und Onyx geschenkt habe.
    Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr eigentlich schon alle für eure Favoriten beim LovelybooksLeserpreis‬ abgestimmt? Falls nicht, solltet ihr euch beeilen, denn ihr habt nur noch bis zum 24.11. Zeit, mitzuentscheiden, welche Bücher in den einzelnen Kategorien aufs Treppchen dürfen. Ja, richtig gelesen, IHR dürft das entscheiden, also nichts wie hin und:
    Stimmt ab und gebt euren Herzensbüchern eure Stimme!

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    Liebe und andere Fremdwörter von Erin McCahan

    Auch wenn dein Hirn blitzgescheit ist, kann dein Herz immer noch saudumm sein.
    Ich zähle die unangenehmen Eventualitäten an vier Fingern ab. “Was, wenn ich ihn lieber mag als er mich? Was, wenn mich lieber mag als ich ihn? Was, wenn keiner von uns den anderen allzu gern mag? Und was, wenn wir eine Wiederholung des letzten Schulballs erleben?”

    Josies IQ liegt einige Punkte über “Genie”. In Liebesdingen braucht Josie aber ganz dringend Nachhilfe, denn durch reine Logik bekommt sie die Sache mit der Liebe einfach nicht in den Griff. (Klappentext)

    Erschienen: 26. März 2015 bei Fischer FJB  |  Format: Gebundene Ausgabe  | Seiten: 352  | Website der Autor/in: Erin McCahan | Bewertung: 3 von 5 Fläschchen

    So denke ich darüber
    Als frisch gebackener Teenager fragte ich meine Mutter mal, was der Unterschied zwischen Verliebtsein und Liebe ist. Als Antwort sang sie mir folgende Zeilen vor:

    Dieses Kribbeln im Bauch
    das an niemals vergisst, 
    wie wenn man zuviel Brausestäbchen isst ..

    So fühlt es sich an, verliebt zu sein, sagte sie. Und wenn dieses Kribbeln irgendwann nachlässt und die vorher bekribbelte Person immer noch Platz 1 deiner Gedanken einnimmt, dann ist daraus Liebe geworden. Ok, ganz so simpel ist das natürlich nicht, aber ich hatte zumindest eine Idee davon bekommen, wie es sich anfühlt, verliebt zu sein – die Liebe kam für mich erst viel später. Treffend in Worte fassen könnte ich dieses wunderschöne und doch oft auch bittersüße Gefühl dennoch nicht. Liebe und andere Fremdwörter hat es versucht und ob es gelungen ist, sollte bei so einem komplexen und immer anders empfundenen Gefühl allerdings jeder für sich entscheiden.

    Aber genug um den heißen Brei geredet, kommen wir zurück zum Wesentlichen und widmen uns den Charakteren. Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin Josie war für mich von der ersten Seite an ein sehr erfrischender und gern gelesener Charakter, was neben ihren Bemühungen, sich ihrer Umwelt anzupassen und deren Sprache zu verstehen, nicht zuletzt ihrem Grips und ihrer Denke zu verdanken war, wodurch mir nicht selten ein anderer Blick auf für mich alltägliche Dinge ermöglicht wurde. Stu, Nachbar und bester Freund, ergänzt Josie in Sachen Intelligenz perfekt und bildet gemeinsam mit ihr ein perfektes Team in Mitten “normalsterblicher” Teenager, denen hier die ehrenvolle Aufgabe zuteil wurde, die Rollen als Josies Schulfreundinnen einzunehmen. Anders als unsere Hauptprotagonistin waren diese in meinen Augen eher gewöhnliche 0-8-15 Teenager, die etwas blass rüber kamen. Normalerweise hätte das dafür gesorgt, dass ich ziemlich schnell ziemlich genervt von eben jener 0-8-15 Charaktersorte gewesen wäre, doch hier haben sie sich wunderbar in die Handlung eingefügt, wurden die Unterschiede zu Josies Denke in dieser direkten Gegenüberstellung doch nochmal verdeutlicht.

    Kommen wir als nächstes zu Josies Familie. Während ich anfangs wirklich pnahmslos alle Mitglieder mochte, ging mir Josies große Schwester Kate doch recht bald gewaltig auf den Keks. Niemals sollte man einfach auf Kosten der kleinen Schwester handeln und ohne Rücksicht auf Verluste seinen Weg verfolgen. Und tatenlos dabei zusehen, wie der neue Lebenspartner die kleine Schwester in ihrer Persönlichkeit angreift, sollte man schon 3x nicht.

    Sprachlich hat mich Liebe und andere Fremdwörter auf ganzer Linie überzeugt. Dazu beigetragen haben gleichermaßen die teils sehr unterhaltsamen und anregenden Dialoge wie auch Josies Gedankenstränge, die nicht nur über den Großteil der Geschichte hinweg kein halbherziges Lesen erlaubten, um nicht den roten Faden zu verlieren, sondern dem Buch auch eine tiefgründige Note verliehen haben.

    Gerne würde ich an dieser Stelle jetzt sagen, dass sich Liebe und andere Fremdwörter im Laufe der Geschichte zu einem meiner Bücherhighlights gemausert hat – und Josie hätte das definitiv verdient – doch das würde leider nur bedingt zutreffen. Trotz dessen, dass sprachlich absolut mein Geschmack getroffen wurde und die Charaktere zu 90% Anklang gefunden haben, konnte mich das Buch einfach nicht fesseln. Viel mehr verhielt es sich so, dass die Seiten eher vor sich hin dröppelten, weswegen ich für jedes Kapitel eine gefühlte Ewigkeit brauchte und deswegen hier und da sogar Schwierigkeiten hatte, am Ball zu bleiben. Lange habe ich darüber nachgedacht, was der Grund dafür war – ohne Erfolg. Ich weiß nicht, ob meine Genervtheit von Kate am Ende mein Lesevergnügen unbewusst so sehr getrübt hat, oder ob mir nicht doch noch etwas anderes fehlte, etwas, das ich nicht benennen kann. Ein bisschen Pfiff vielleicht, oder auch ein Spannungsbogen, der sich schlussendlich in einem Highlight entlädt – ich weiß es nicht.

    Kurzum
    Liebe und andere Fremdwörter ist ein Jugendbuch aus der Sicht eines hochintelligenten Teenagers auf der Suche nach der Liebe, welches mich unterm Strich leider nicht ganz so zu packen wusste, wie erhofft.

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    Kurz gesagt: Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick von Jennifer E. Smith

    Hadley erreicht den Flughafen 4 Minuten zu spät. 4 Minuten, denen sie es zu verdanken hat, dass sie nicht mehr in ihre Maschine einsteigen darf, sondern wie bestellt und nicht abgeholt die Zeit bis zum nächsten Flug nach London auf dem Flughafen totschlagen muss. Nur gut, dass sie die Bekanntschaft von Oliver macht, eines Jungen, der sie von ihren trübseligen Gedanken ablenkt und sich später im Flugzeug auch noch auf Kosten seines Schlafs um seine Klaustrophobie kümmert. Während ihre Sitznachbarin selig im Land der Träume verweilt, reden die beiden über Beziehungen, Studium und Familie. Doch ist es nicht so, dass man den Menschen in Flugzeugen sein Herz bedenkenlos ausschütten kann, weil man sie danach sowieso niemals wieder sieht? Hadley für ihren Teil hofft, dass sich dies im Fall von Oliver nicht bestätigt, doch kaum in London angekommen, wird sie auch schon aus ihrem Traum gerissen …

    Erschienen: 22. Februar 2012 im Carlsen-Verlag | Format: Gebundene Ausgabe | Seiten: 224 | Website der Autorin Jennifer E. Smith | Bewertung: 4 Fläschchen

    Kurz & Knapp
    Damals, als ich das Buch in dem Regal meines Buchladens stehen sah und den Titel das erste Mal las, vermutete ich seitenweise Schnulz und Kitsch zwischen den Buchdeckeln. Doch weit gefehlt. Anders als erwartet versteckte sich hier hinter einer Mauer aus Schmerz, Wut, Verlust, Angst, Mut und Verzeihen nur eine leise, dem Zufall zu verdankenden Liebesgeschichte, die sich – ganz ohne Unmengen Kitsch – zu behaupten weiß.

    Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin ist Hadley. Die Trennung ihrer Eltern hat tiefe Wunden in ihr hinterlassen und die Wut auf ihren Vater, zu dessen Hochzeit sie nun unterwegs ist, ist immens und vernebelt ihren Blick. Oliver ist nicht nur Hadleys zufällige Flughafenbekanntschaft und Sitznachbar auf dem Flug über den großen Teich nach London, sondern auch derjenige, der Hadley auffängt, ihr zuhört, genau die richtigen Fragen stellt und ihr Mut macht. Dabei hat auch er sein Päckchen zu schultern, was die Autorin zunächst nur leise zwischen den Zeilen einfließen lässt.

    Die Geschichte umfasst nur etwas über 200 Seiten, was zur Folge hatte, das sie recht schnell an einem Abend durchgelesen war. Der angenehme, fließende Schreibstil der Autorin hat mein Lesetempo dahingehend gut unterstützt, als dass die Seiten einfach nur so dahinzufliegen schienen.

    Kurzum
    Ein kurzweiliges Lesevernügnen für laue Sommernächte, welches mit Humor, Einfühlungsvermögen, sympathischen Charakteren und Eltern, deren Sprüche sich wie die allseits bekannte kaputte Schallplatte anhören, unterhält.

     

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