To all the boys I’ve loved before von Jenny Han

Posted on Februar 24, 2017

Bereits 2014 erschien To all the boys I’ve loved before auf Englisch und kurz darauf wanderte der Titel auch schon auf meinen Wunschzettel. Dort wartete es dann auch brav Monat für Monat darauf, im Einkaufswagen zu landen, was dann letzten Endes mit dem Erscheinen der deutschen Übersetzung knapp zwei Jahre später auch geschah. To all the boys I’ve loved before durfte also endlich bei mir einziehen. Als ich mich schließlich mit dem Buch auf meinem Sofa gemütlich machte, erwartete ich mir eine süße Geschichte gespickt mit viel Witz und Chaos. Leider habe ich mir wohl doch etwas zu viel erwartet.

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Hanser Literaturverlage | Originaltitel: To all the boys I’ve loved before | Format: Broschiert/Ebook | Seiten: 352
Übersetzung: Birgitt Kollmann | Bewertung: 3 von 5 Fläschchen
Meine Meinung als Podcast:


Aber worum geht es überhaupt?

Lara Jean hatte noch nie einen Freund, aber verliebt war sie schon. Mehrmals.
Wann immer der Punkt erreicht war, an dem sie nicht mehr verliebt sein wollte, schrieb sie einen Brief. Einen etwas anderen Liebesbrief, an den Jungen, der ihr Herz erobert hatte, nahm darin Abschied und zog so ein Schlussstrich unter ihre Verliebtheit. Abgeschickt hat sie diese Briefe jedoch nie. Sicher verwahrt in einer alten Hutbox, die Lara Jean einst von ihrer verstorbenen Mutter geschenkt bekommen hatte, ruhten sie versteckt in ihrem Schrank, bis sie plötzlich völlig unerklärlicherweise doch den Weg zu ihren Empfängern finden und Lara Jean plötzlich das  dadurch entstandene Chaos aufräumen muss.

Chaos und Witz, wo seid ihr?
Der Einstieg in die Geschichte entpuppte sich für mich wider Erwarten als ziemlich schwer. Dabei lag das Problem weder am Schreibstil, noch an den Charakteren, sondern vielmehr daran, dass die Handlung einfach nicht in Fahrt kommen wollte. Die Vorfreude auf eine lustig-chaotische Geschichte, die ich mir auf Grund des Klappentextes erwartet hatte, war groß, doch leider bekam ich dahingehend recht bald einen Dämpfer verpasst. Bis die Liebesbriefe, die hier für eine ordentliche Portion Chaos sorgen sollten, nämlich überhaupt eine Rolle spielen, dauert es gefühlt eine Ewigkeit und dann rücken sie auch schon recht bald wieder in den Hintergrund. Dazu kam, dass Lara Jean 5 Liebesbriefe geschrieben hatte, sich aber alles nur auf zwei Empfänger konzentriert. Von Chaos also keine Spur.

Familienleben statt Liebesleben
In erster Linie dreht sich hier alles um das Familienleben, welches Autorin Jenny Han zugegebenermaßen wirklich sehr schön ausgearbeitet hat. Gegenseitige Aufmerksamkeit, gemeinsame Zeit und Zusammenhalt dienen hier als Eckpfeiler und machen die Familie zu der perfekten Bilderbuchfamilie. Was nicht unbedingt positiv gemeint ist. Mir war das alles oftmals viel zu rund, zu organisiert und zu harmonisch, weswegen ich schnell müde wurde, das ganze Familiengedöns zu begleiten. Ein bisschen mehr Feuer, Ecken, Kanten und Durcheinander hätten da sicher Abhilfe  schaffen und für ein bisschen mehr Unterhaltung sorgen können und damit etwas besser zu dem gepasst, was ich mir anhand des Klappentextes vorgestellt hatte.

Leicht & süß
Ich will ehrlich sein: Wenn die Charaktere nicht gewesen wären, hätte ich das Buch mit ziemlicher Sicherheit abgebrochen, aber die Mädels waren mir so sympathisch, dass ich mich trotz meinen Problemen mit dem ganzen Drumherum in ihrer Gegenwart wohlgefühlt habe. Wobei die Charaktere im Grunde eigentlich alle auf ihre Art toll waren, so toll sogar, dass ihnen das wenig unterhaltsame Geschehen nicht annähernd gerecht werden konnte. Mindestens ebenso gut gefallen hat mir der Schreibstil, der leicht, süß und stellenweise etwas verträumt ist und mir ein hohes Lesetempo ermöglichte, wodurch mir mit dem Buch doch noch einige gemütliche Stunden auf dem Sofa vergönnt waren.

Zusammengefasst heißt das nun
Ich hatte mir von To all the Boys I’ve loved before ein herrlich chaotisches Lesevergnügen fürs Herz versprochen und bekam eine Familiengeschichte. Diese war zwar süß, konnte mich aber weder gut genug unterhalten, um mich mitzureißen noch wurde hier all das Potenzial genutzt, das die Situation geboten hat, wodurch ich mich während des Lesens leider oft nur gelangweilt habe.


Weitere Meinungen zu dem Buch findet ihr hier: Schlunzenbücher | Lovin Books | Tasmetu

1 Gedanke

  • Denise Oktober 1, 2017 at 18:00

    Hallo!
    Ich habe von “To all the boy’s I’ve loved before” auch zu viel erwartet. Trotzdem möchte ich es recht gerne und habe gleich im Anschluss den Folgeband gelesen. Die Geschichte ist ganz süß und der Familien-Aspekt gefällt mir sehr gut. Nur dieses Chaos um die abgeschickten Liebesbriefe habe ich auch vermisst, wo es doch als DAS Ereignis in Band 1 beschrieben wird.
    Einen schönen Abend und liebe Grüße,
    Denise

    Antworten

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