Unterm Radar: Norcturna – Die Nacht der gestohlenen Schatten von Jenny-Mai Nuyen

Unterm Radar: Norcturna – Die Nacht der gestohlenen Schatten von Jenny-Mai Nuyen

von MadameLustig

Wir alle wissen: es gibt weit mehr Bücher, als wir in unserem Leben lesen können und jedes Jahr erscheinen neue Werke, die uns mit Buchdackelaugen anschauen, uns weich werden lassen und schließlich in unserem Regal landen. Leider sind das häufig genau die Bücher, über die wir an allen Ecken stolpern, weil sie fleißig in die Kameras gehalten und beworben werden oder weil sich die Autoren bereits so einen Namen gemacht haben, dass deren Werke Selbstläufer sind. Doch was ist mit all den anderen Büchern? Mit denen, die zwar in den Programmvorschauen stehen, aber nicht weiter beworben werden? Was ist mit den Büchern noch unbekannter Autoren? Taugen die alle nichts, oder warum sieht man sie nirgendwo? Nein, natürlich nicht und das werde ich euch beweisen!

Unterm Radar ist eine neue Rubrik auf Kunterbunte Flaschenpost und hier werde ich euch regelmäßig Bücher vorstellen, die untergegangen sind und bei Weitem nicht die Aufmerksamkeit bekamen, die sie verdient hätten. Vielleicht entdeckt ihr dadurch ja den ein oder anderen buchigen Schatz und neue Autoren für euch – ich würde mich freuen!

Den Anfang macht heute Nocturna – Die Nacht der gestohlen Schatten.
Wenn man mich nach deutschen Fantasy-Autoren fragt, fällt mir stets als erstes Jenny-Mai Nuyen ein. Sie ist eine Wortkünstlerin, grandiose Weltenerschafferin, keine “typische Happy Ends” Schreiberin und zudem noch ungeheuer sympathisch. Es ist mir ein Rätsel, wieso ihre Bücher nicht im Regal eines jeden Fantasyfans stehen und wieso ihr Name nicht gemeinsam mit Holly Black, Leigh Bardugo oder auch Sarah J. Maas genannt wird. Sicher, die Werke dieser Autorinnen kann man nicht unbedingt mit denen Jenny-Mai Nuyens vergleichen, doch muss sie sich keines Wegs hinter ihnen verstecken, wenn es um wirklich gute Fantasy geht.

Ich sag euch: es ist gar nicht so einfach, sich für ein Buch zu entscheiden, wenn man ein solcher Fan von der Autorin ist. Gelesen habe ich nämlich alle ihre Werke und jedes war für mich eine ganz besondere Lektüre. Jenny-Mais Schreibe verzaubert einfach und ist enorm bildgewaltig, wodurch ich mich stets gut in ihren Geschichten verlieren kann. Doch Nocturna ist, meiner bescheidenen Meinung nach, das Besonderste unter ihren Büchern. Die Idee dahinter und die Figuren haben es zu einem wahren Pageturner gemacht, der ganz eindeutig viel viel mehr Aufmerksamkeit verdient! Deswegen erzähle ich euch jetzt mal ein bisschen was über das Buch.

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Nachdem ihre Mutter von Motten (magisch begabten Menschen) ermordet, die Buchhandlung ihres Vaters abgebrannt und er selber geisteskrank wurde, zog Apolonia gemeinsam mit ihm zu ihrem Onkel und ihrer Tante. Seit das junge Mädchen denken kann wächst sie in privilegierten Verhältnissen auf und muss sich um nichts Sorgen machen. Dennoch wird sie von etwas geplagt: der Brand in der Buchhandlung ihres Vaters ist immer noch nicht aufgeklärt und da für Apolonia feststeht, dass es Brandstiftung war, wendet sie sich an die Polizei.

Zur selben Zeit sucht Vampa ein Buch. Nicht irgendeines, dass ist klar, sondern das Buch, in dem es um ihn geht. Vampa kann sich nämlich nicht an seine Vergangenheit erinnern, da ihm diese von den Dichtern, einer Gruppierung von Motten, gestohlen und mit Blut in einem Buch festgehalten wurde. Sein Gedächtnisschwund ist jedoch nicht das einzige Problem: seit dem Tag, an dem ihm sein Leben für ein Buch gestohlen wurde, hat er keine Gefühle mehr, kann nicht altern und auch nicht sterben.

Als Tigwid, ein Teenager, der sich als Dieb durchs Leben kämpft, von einer Freundin von einer Prophezeiung erzählt bekommt, sucht er Apolonia -das Mädchen, dass Mäuse tanzen lässt und sich nicht die Schuhe binden kann- auf und versucht ihr zu erklären, dass sie eine ganz bestimmte Rolle in eben dieser Vorhersage spielt. Das Mädchen wittert ihre Chance sich so an den Mördern ihrer Mutter zu rächen und macht sich mit Tigwid auf den Weg. Wenig später wird sie jedoch von einem Dichter entführt, der sie dazu bringen will, sich ihnen anzuschließen und ebenfalls Bücher von unermesslicher Schönheit zu schaffen.

Während Apolonia sich bei den Dichtern befindet wird Tigwid zu dem Treuen Bund der Kräfte gebracht und erhofft sich von ihnen Hilfe bei der Befreiung von seiner neuen Freundin. Bei dem TBK handelt es sich um einen Geheimbund, der ebenfalls aus Motten besteht und der seine Kräfte für die Menschheit einsetzen und an die Regierung will. Hin- und hergerissen zwischen Dichtern und ihren neuen Freunden Vampa und Tigwid, weiß Apolonia irgendwann nicht mehr, auf welcher Seite sie stehen soll und das ist ein großes Problem, denn die Prophezeiung sagt voraus, dass sie diejenige ist, die am Ende über den Kampf zwischen den Dichtern und dem TBK entscheiden wird.

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Mit Nocturna – Die Nacht der gestohlenen Schatten hat Jenny-Mai Nuyen ein Buch geschrieben, das vom Schreibstil zwar etwas ernster wirkt, als ihre restlichen Werke, aber keinesfalls schlechter ist. Im Gegenteil: durch geistreiche Dialoge und tiefgründige Gedanken, die sich durch die gesamte Geschichte ziehen, wurde ich so manches Mal zum Nachdenken gebracht. Dazu kommen dann natürlich noch die Figuren, durch die die Geschichte jede Menge Charme und Gefühl bekommt und die Welt, in der die Handlung spielt, die einfach  ganz toll ist.


Habt ihr schon Bücher von Jenny-Mai Nuyen gelesen?

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