Wie die Erde um die Sonne von Brittainy C. Cherry

Posted on September 3, 2018

Wie die Erde um die Sonne

Im Januar 2017 habe ich nicht nur das erste Buch der Romance Elements Reihe, Wie die Luft zum atmen, gelesen, sondern auch mein erstes Buch der Autorin überhaupt. Überraschend war für mich, dass es nur ein einziges Kapitel brauchte, um mich völlig mit sich zu reißen und um in mir die ganz ganz großen Gefühle auszulösen. Es versteht sich von selbst, dass ich nach so einer Erfahrung auch die restlichen Bände der Reihe lesen musste. Wie die Erde um die Sonne ist Band 4 und damit auch der letzte Band der wirklich hochemotionalen Buchreihe und ich habe ihm sehr ungeduldig entgegengehibbelt.

Anzeige

Erschienen: Juli 2018 LYX Verlag | Originaltitel: The Gravaty Between Us | Übersetzer: Katja Bendels | Format: brochiert
Seiten: 336 | Bewertung: 4 von 5 Fläschchen

Meine Meinung als Podcast:


Worum geht es?

Als Lucy den Auftrag erhält, Blumen für eine Trauerfeier zu liefern, ahnt sie noch nicht, dass diese Fahrt ihr ganzes Leben verändern wird. Und auch Graham hätte sich im Traum nicht vorstellen können, dass eine simple Blumenbestellung für die Beerdigung seines Vaters nicht nur sein Leben, sondern auch sein Ich auf den Kopf stellen würde. Doch das Schicksal hat manchmal einen seltsamen Humor und so verbindet es die Leben zweier Menschen miteinander, die unter keinen Umständen zusammen sein dürfen ..

Herzzerreißendes Schluchzen aus dem Wohnzimmer
Mit Wie die Luft zum atmen, Wie das Feuer zwischen uns und Wie die Stille unter Wasser hat Frau Cherry mehr als deutlich gemacht, dass es in der Elemente-Reihe hochemotional zugeht und auch Wie die Erde um die Sonne ist da keine Ausnahme. Nach Verlust und Trauer, Drogensucht und Angst nimmt sie sich hier Einsamkeit und dem Verlassenwerden an und beides ist wieder einmal so glaubhaft und herzzerreißend eingearbeitet, dass ich stellenweise vor mich hinschluchzend im Wohnzimmer saß, immer wieder meine Nase schnäuzte und dabei fest an den Seiten klebte. Für besonders viel Regung gesorgt hat bei mir vor allem Lucys Beziehung zu ihren Schwestern, doch auch Grahams Vergangenheit und seine Beziehung zu seinem Mentor haben ordentlich an meiner Tränendrüse gekitzelt.

Das Blumenmädchen und der King of Horror
Mit Lucy und Graham hat Brittainy C. Cherry wieder einmal zwei Hauptfiguren geschaffen, die man nicht nur einfach mögen muss, sondern die auch einiges in ihren Leben erlebt haben. Dabei ist Lucy trotz der Downs in ihrem Leben ein absolut positiver, lebensfroher Mensch, der das Herz auf der Zunge trägt, während Grahams zweiter Vorname Wortkarg lautet. Er ist verschlossen, mürrisch und weitestgehend gefühlsnüchtern. Beide haben natürlich ihre Gründe, wieso sie sind, wie sie sind, klar und beide Geschichten fand ich unglaublich berührend. Erstaunlich war auch hier mal wieder, wie gut völlig unterschiedliche Charaktere eigentlich zusammenpassen. Es ist eben tatsächlich so, dass Gleich und gleich gesellt sich gern, nicht immer stimmt, sondern Gegensätze sich manchmal mehr anziehen und vielleicht auch besser ergänzen.

Dieses Kribbeln im Bauch, das man nie mehr vergisst ..
Ja, dieses Kribbeln. Jeder kennt es wahrscheinlich und weiß somit, wie wunderschön dieses Gefühl ist. Leider spürte ich das hier überhaupt nicht. Es gab kein Knistern, das mich mit den beiden mitfiebern ließ, kein Feuer. Vielmehr war es so, das Lucy und Graham irgendwann einfach zusammengefunden haben. Sie sind über ihr Leben, ihren Alltag zusammengewachsen und das Verliebtsein hat sich quasi unbemerkt eingeschlichen. Das ist nichts Schlimmes oder gar Verkehrtes, im Gegenteil, in der Realität spielt es sich oft genug genau so ab. Mein Problem war dabei nur, dass ich durch dieses Einschleichen der Liebe an dieser Stelle für meinen Geschmack einfach nicht genug mitfühlen konnte. Mir fehlten die Hach-Momente, die durch Schmetterlinge und Waldbrände im Bauch, Herzklopfen und auch Lust ausgelöst werden.

Kurzum
Einmal mehr hat Brittainy C. Cherry gezeigt, dass sich aus den Steinen, die das Schicksal in den Weg wirft, auch ganz wunderbare Sachen bauen lassen. Es sind diese ganz großen Gefühle, die uns gleichermaßen den Boden unter den Füßen wegreißen, wie auch fliegen lassen können, die ihre Bücher ausmachen und mich fesseln. Einzig auf das Knistern zwischen den Protagonisten musste ich hier leider verzichten, was mir zugegebenermaßen ziemlich gefehlt hat. Da der Rest aber wie gewohnt zu begeistern wusste, konnte ich das gut verkraften.


Weitere Meinungen zu dem Buch: Protagonist Places | Von Wörtern gefesselt | Always Believe In Books

Noch keine Gedanken

Lass mir deine Gedanken da

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.