Zurück zum Wesentlichen oder auch: Liebe die Ecken und Kanten im Leben!

Posted on Januar 3, 2018

Vorsätze 2018

Der Jahreswechsel ist häufig Anlass, sich Gedanken über Erreichtes, nicht Erreichtes, Wünsche, Träume und neu gesteckte Ziele zu machen. Auch ich habe das jahrelang getan. Und wieso auch nicht? Ein neues Jahr hat schließlich irgendwie auch etwas von einem unbeschriebenen Blatt, das darauf wartet, dass man es mit To-Do Listen, Gedanken, Erfolgen, Misserfolgen und Kritzeleien füllt. Der 1.1. ist nicht nur Tag 1 von 365 Tagen, sondern der Anfang von etwas, das wir zu etwas ganz Großem werden lassen können. Oder?

Nein! An Weihnachten habe ich mit einem alten Freund geredet, für den das vergangene Jahr ebenso viel Mist bereithielt wie für mich. Wir quatschten lange und intensiv über unsere Gedanken und unser Befinden und irgendwann sagte ich, dass ich für uns hoffe, dass das nächste Jahr besser werden würde. Was denn das neue Jahr damit zu tun hätte, fragte mich mein Freund, denn schließlich würden um Mitternacht nicht sämtliche Festplatten gelöscht und das Leben wieder auf Null gesetzt werden. Und damit hat er Recht. So verdammt Recht! Denn was passiert denn an Mitternacht schon groß, außer, dass sich Tag, Monat und Jahreszahl ändern? Unser Päckchen vollgepackt mit Sorgen, Ängsten, Schmerz, Trauer, Wut, Verzweiflung, Traurigkeit oder was auch immer wir für zentnerschwere Last mit uns herumschleppen, wird an der Tür zum neuen Jahr nicht irgendwo abgegeben, um in  Archiven einsortiert zu werden, nein, wir nehmen es mit. Es bleibt bei uns und spätestens nachdem wir Silvester mit den Frohes neues Jahr Wünschen und lauten, knallenden Versuchen, die bösen Geister auszutreiben hinter uns gebracht haben, erhält der Alltag wieder Einzug und mit ihm auch die (manchmal) knallharte Realität.

Natürlich ist das jetzt keine weltbewegende Neuigkeit, sodass mich die Erkenntnis an Weihnachten nicht wie ein Schlag getroffen hat und doch brachten mich seine Worte zum Nachdenken. Aber ändert sich dadurch jetzt auch etwas für mich? Ja und nein. Jahrelang habe ich an den Neuanfang zum Jahreswechsel geglaubt und auch jetzt ist es noch so, dass er eine Symbolik mit sich bringt, die ich für mich persönlich nicht missen möchte. Ich möchte die Hoffnung haben, dass es im neuen Jahr besser wird und es eine neue Chance gibt. Ich möchte glauben, dass die paar frisch gedruckten Spielkarten, die man um Mitternacht in die Hand gedrückt bekommt, wirklich etwas bewirken können. Und ich möchte mir Ziele setzen.

Vorsätze 2018

Und an dieser Stelle kommt der Teil, den ich anders machen werde: Durch das Gespräch mit meinem Freund ist mir klar geworden, dass ich mir meine Jahre selbst schwerer gemacht habe, als sie hätten sein müssen. Mit viel zu hoch gesteckten und teilweise auch völlig unwichtigen Zielen, habe ich mich nicht nur selbst unter Druck gesetzt, sondern versucht, auf viel zu vielen Partys zu tanzen, wodurch nicht selten der Blick auf das Wesentliche verschwommen war. Natürlich sollte man Träume und Wünsche haben und auch bei mir wird das weiterhin der Fall sein, aber ich werde versuchen, dies auf eine realistischere Weise zu tun. Ich werde fortan mein Glas nicht mehr als halb leer, sondern wieder als halbvoll betrachten. Ich werde mir erlauben zu fallen, zu weinen, zu fluchen und schwach zu sein. Ich werde wieder an mich glauben, nicht aufgeben und mutig sein, auch, wenn die Angst mich momentan wieder jeden Tag in die Knie zwingt. Ich werde meine Schwächen nicht mehr als negativ ansehen, sondern als der lehrreichste Teil von mir. Und ich werde stolz sein. Stolz auf jeden Sturz, auf jedes Aufstehen, auf jeden kleinen Schritt, auf jeden Erfolg und auf jede Erkenntnis. Ich werde auf mich stolz sein.

Ich setze mir dieses Jahr also keine Ziele, die an irgendwelche materiellen Dinge geknüpft sind, mich in Zwangsjacken stecken oder eine Wunderheilung voraussetzen würden, denn am Ende des Jahres wäre ich doch wieder nur enttäuscht. Also weg mit dem Irrglauben, dass irgendwelcher Nippes, materieller Wohlstand und Äußerlichkeiten etwas mit Erfolg oder Misserfolg eines Jahres zu tun haben und zurück zu dem, was wirklich wichtig ist. Und deswegen habe ich dieses Jahr auch nur einen Vorsatz: Mich und mein Leben, das mir zum Ende des vergangenen Jahres hin wieder viel zu sehr aus den Fingern geglitten ist, wieder lieben zu lernen – mit allem was dazu gehört – und zu lächeln. Und wenn mir das gelungen ist, kommt das schöne Jahr von ganz allein.


Setzt ihr euch Ziele für ein neues Jahr und wenn ja, welche sind es in diesem geworden?

14 Gedanken

  • Diana Januar 3, 2018 at 23:10

    Hallo,
    ein sehr schöner Beitrag zum neuen Jahr!
    Ich möchte mir auch immer vorstellen, das man beim Jahreswechsel eine kleine Chance mitnimmt etwas anders zu machen und das liegt einfach in unserer Hand.
    Also auf ins Jahr 2018 mit einem Lächeln und mit viel Liebe!
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

    Antworten
    • MadameLustig Januar 10, 2018 at 13:17

      Danke schön für dein liebes Feedback, liebe Diana! Auf ein Jahr 2018 mit einem Lächeln und viel Liebe <3

      Antworten
  • Anett Januar 4, 2018 at 11:49

    Hallo Maike,

    das ist ein wundervoller Blogbeitrag und ich kann dir in so vielem einfach nur Recht geben! Und weißt du was? Ich mach es dieses Jahr genauso, keine Ziele setzen, die total unrealistisch sind, ich muss mit niemanden einen Wettbewerb ausfechten, ich will machen, auf was ich Lust habe!

    Liebe Grüße Anett.

    Antworten
    • MadameLustig Januar 10, 2018 at 13:20

      Wie Recht du hast, Anett! Es ist dein Leben und du bestimmst, mit was du deine Freizeit füllst. <3

      Antworten
  • HibiscusFlower Januar 4, 2018 at 12:36

    Hallo Maike,
    nachdem ich deinen Kommentar bei Meiky mit großen Interesse gelesen habe,
    kam ich nicht umhin, dir einen Besuch abzustatten.
    Ich habe gestöbert, Gemeinsamkeiten entdeckt und mit so einigen Gedanken
    sprichst du mich direkt an. Das gefällt mir wirklich sehr.
    Diese Ansätze, die du hier aufführst, regen mich stark zum Nachdenken an.
    Im Grunde denken die meisten Menschen gleich, wenn es um das neue Jahr geht.
    Der Wunsch, dass dieses einfach besser als das vergangene werden soll , ist meist
    groß, selbst wenn man es nur nebenher anmerkt.
    Ich schließe mich da nicht aus, so ehrlich mag ich sein, selbst wenn ich mir dessen
    bewusst bin, dass es in unserer Hand liegt, wie sie das Jahr gestaltet. Und da ich darin
    normalerweise gut bin, hat mich das letzte desöfteren kalt erwischt, denn ganz offensichtlich
    hat man nicht auf alles Einfluss und auf einmal werden Kraft und Energie , Hoffnung und
    Unbeschwertheit angezapft, verbraucht oder niedergedrückt.
    Im letzten November hatte ich einen “Wenn die Welt sich einfach weiterdreht Post” bei dem
    ich das Geschehen des Jahres grob zusammengefasst habe. Wir können sie ja nicht daran
    hindern, dies zu tun. Aber unterm Strich habe ich mir trotz all der Widrigkeiten schlicht
    und einfach mehr Lachen, Wärme, Liebe, Besinnlichkeit und ja auch Respekt gewünscht.
    Ich finde, dies sind gute Begleiter, selbst wenn uns Dinge begegnen, denen wir lieber aus
    dem Weg gegangen werden.
    Alles Liebe wünscht dir, Hibi

    Antworten
    • MadameLustig Januar 10, 2018 at 13:25

      Vielen lieben Dank für dein Feedback, liebe Hibi! <3
      Es ist ja wirklich so, dass die schwierigen Zeiten nicht nur nicht einfach mit einem bestimmten Datum beendet sind, sondern auch sehr an den Kräften zehren. Umso wichtiger ist, dass uns unser Umfeld gut tut. Ich finde, wenn man sich da aufgefangen fühlt und lachen kann, übersteht man die schwierigen Zeiten gestärkter.

      Fühl dich ganz lieb gedrückt und hab ein tolles Jahr! Mach es notfalls wie Pipi Langstrumpf und mach dir die Welt, wie sie dir gefallt. 🙂

      Antworten
  • Kitty Januar 5, 2018 at 20:44

    Hallo Liebes!
    Einen richtig guten Beitrag hast du da geschrieben. Ich unterschreibe ihn voll und ganz, denn ich gehe auch davon aus, dass wir alles selbst beeinflussen, was passiert oder passieren wird. Mal bewusst, aber manchmal auch eher unbewusst. Du wirst bestimmt lachen, allerdings ist es echt so, dass ich das Gefühl habe, wenn man mit negativen Gedanken an eine Sache ran geht, sie sich eben auch negativ entwickeln wird. Zwar bin ich jetzt auch nicht der Mensch, der die Gläser immer halb voll, anstatt halb leer sieht, aber ich versuche zumindest in jedem einzelnen Ereignis noch etwas positives zu sehen und sei es noch so schlecht. Wenn mein Bruderherz mich dazu aufgefordert hatte, genau so zu denken, habe ich immer die Augen verdreht, weil mir seine positiven Gedanken echt manchmal auf die Nerven gegangen sind. Aber letztendlich hat er -bis jetzt- immer Recht behalten.
    Ich finde es sehr gut, dass du versuchst, dich und dein Leben wieder lieben zu lernen. Du bist auf jeden Fall eine sehr liebenswerte Person, wenn ich das jetzt mal sagen darf. (Ich will net schleimen, oder so. ;))
    Und ich bin mir sicher, dass es viel leichter sein wird, wenn man ohne Erwartungen an das ganze Jahr ran geht. 🙂
    Alles Liebe
    Kitty

    Antworten
    • MadameLustig Januar 8, 2018 at 16:32

      Vielen lieben Dank für deinen tollen Kommentar, liebe Kitty!
      Es ist wirklich so, dass die Denke unser Befinden und unsere Herangehensweise (und dadurch über kurz oder lang auch die Entwicklung der Dinge) ganz stark beeinflusst. Eine positive Denkstruktur schafft es zwar nicht, dass einem alles gelingt, aber sorgt eben dafür, dass man bei Misslingen nicht gleich schwarz sieht. 🙂

      Fühl dich ganz lieb gedrückt. <3

      Antworten
  • Nelly Januar 8, 2018 at 19:32

    Wieder einmal ein Beitrag, zu dem man Dir nur gratulieren kann.
    Ich hoffe, dass Du mit Deiner Erkenntnis nun viel entspannter ins neue Jahr starten kannst. Persönlich hab ich mir auch nicht wirklich Ziele oder dergleichen gesetzt. Meist verlässt einen die Motivation nach drei Wochen ohnehin wieder und warum muss es immer der 1.Januar sein, dass man ein wenig an seinem Leben ändern will?? Ich hab das nie verstanden und nehm mir da lieber auch unter dem Jahr kurzfristige Ziele vor.
    Lass Dich nicht streßen und mach Dein eigenes Ding

    Alles Liebe, Nelly

    Antworten
    • MadameLustig Januar 10, 2018 at 13:28

      Vielen vielen Dank für deine lieben Worte, liebe Nelly! <3
      Du hast natürlich Recht: man kann immer etwas ändern, ganz egal, welches Datum wir haben. Der 1.1. bietet sich nur irgendwie immer so an, weil er nach Neustart klingt. In etwa so wie eine Stoppuhr, die man immer wieder auf Null setzt, um es wieder und wieder zu versuchen, bis die Zeit zufriedenstellend ist. Dabei glaube ich, dass ein großes Problem einfach unsere eigenen Ansprüche sind. Oftmals haben wir einfach vergessen, worauf es im Leben wirklich ankommt.

      Fühl dich ganz lieb gedrückt.

      Antworten
  • Jacquy Januar 12, 2018 at 15:37

    Toller Beitrag. Natürlich stimmt es, dass sich mit dem Wechsel des Jahres im Grunde nichts als die Zahl ändert. Trotzdem ist das irgendwie immer ein guter Anlass, um sich zu überlegen, was man in Zukunft anders machen möchte. Auch dadurch, dass man überall Jahresrückblicke sieht, wirkt es eben doch so, als wäre das jetzt alles vorbei und das neue Jahr ist ein leeres Buch, deren Seiten man nun füllen kann – und hoffentlich erfolgreicher als bisher. Vielleicht liegt das auch daran, dass man über die Feiertage oft genug Zeit hat, um sich Gedanken zu machen und zu realisieren, was einem wichtig ist und wie man das umsetzen kann.
    Ich habe mir keine völlig neuen Vorsätze gesetzt, weil ich nicht daran glaube, dass man Dinge nur zum Jahresanfang ändern kann. Meine Vorsätze habe ich also quasi schon alle angefangen und mir offiziell nur vorgenommen, dranzubleiben und so weiterzumachen. Grundlegend geht es eigentlich darum, gesünder zu leben, mehr aus mir herauszukommen und neue Dinge zu lernen. Alles nichts, was man vorher noch nie gehört hat. 🙂
    Ich wünsche dir auf jeden Fall ein schönes Jahr, egal ob es nun Sinn macht, eine Veränderung zu erwarten oder nicht 😉 Und deinen Vorsatz finde ich super, viel Erfolg damit!

    Antworten
    • MadameLustig Februar 24, 2018 at 14:22

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar, Jacquy! <3
      Damit, dass die Feiertage eine Rolle spielen, könntest du tatsächlich Recht haben. Da nimmt ja sich ja schon eher die Zeit, in sich zu gehen und Gedanken über alles mögliche zu machen.

      Ich wünsche dir ein gesundes, abenteuerliches ganz tolles Jahr 2018.

      Antworten
  • Sandra Februar 21, 2018 at 08:24

    Liebe Maike,
    dein Beitrag berührt mich. So sehr, dass mir hier im Zug fast die Tränen kamen. Ich bin schnell gerührt, wenn jemand etwas von sich preis gibt und auch, wenn er Glücklichkeit ausstrahlt. Genau das tust du in diesem Beitrag. Ganz toll, sehr ehrlich und authentisch. Vielen Dank dafür.
    Ich mache mir auch schon lange keine Vorsätze fürs nächste Jahr mehr, allerdings habe ich trotzdem oft in ähnlichen Kategorien gedacht – hoffentlich wird das nächste Jahr besser, das letzte war hier und da doof usw. Es wäre doch auch mal was, nur die Dinge, die im vergangenen Jahr gut gelaufen sind, nochmal Revue passieren zu lassen. Bei allem Negativen gab es da ganz ganz sicher auch das ein oder andere schöne Erlebnis. Mich inspiriert das gerade zu einem eigenen Beitrag, mal sehen, was draus wird 🙂

    Liebe Grüße,
    Sandra

    Antworten
    • MadameLustig Februar 24, 2018 at 14:42

      Vielen vielen Dank für deine lieben Worte, Sandra! <3
      Mal nur das Gute herauszufiltern und das am Ende des Jahres Revue passieren lassen, wäre wirklich mal etwas. Allerdings glaube ich, dass das vielen sehr schwer fallen dürfte. Unsere Gesellschaft ist ZU perfektionistisch und nimmt alles, was nicht so richtig rund läuft, sehr schnell als Scheitern wahr. Was natürlich totaler Quatsch ist, aber bekomm das erstmal aus den Köpfen raus! Ich glaube, wir müssen erstmal lernen, nicht mehr selbst mit allem so hart Gericht zu gehen, um all das Positive um uns herum wirklich auch sehen zu können.

      Ganz liebe Grüße,
      Maike

      Antworten

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