Liebe ist wie Drachensteigen von Ashley Herring Blake

Posted on Februar 17, 2017

Ich weiß gar nicht mehr, wo genau mir Liebe ist wie Drachensteigen das erste Mal aufgefallen ist, aber es war definitiv bei einem meiner Streifzüge durch die Social-Media Kanäle. Sowohl den Titel als auch die Umschlaggestaltung fand ich zuckersüß und weil ich auf süß stehe, durfte das Buch auch direkt am Erscheinungstag bei mir einziehen.

Anzeige 

Erschienen: Januar 2017 im Magellan Verlag | Originaltitel: Suffer Love | Format: gebunden | Seiten: 336
Übersetzung: Birgit Salzmann | 4 von 5 Fläschchen
Meine Meinung als Podcast:


Worum geht es?

Nachdem herauskommt, dass Hadleys Vater eine Affäre hat, ist in ihrem Leben nichts mehr so, wie es einmal war. Um neu anzufangen zieht sie mit ihrer Familie um, doch daran, dass ihr Familienleben nur noch eine Farse ist und sich Hadley nicht mehr auf ihre Eltern verlassen kann und sich furchtbar einsam fühlt, kann auch ein neues Haus nichts ändern. In der Schule läuft es auch nicht viel besser und dann trifft sie Sam. Er ist ihr neuer Mitschüler und zum ersten Mal seit langen fühlt sie sich wohl und nicht mehr alleine. Als jemand, dessen Familie ebenso kaputt ist wie ihre eigene versteht Sam sie wie kein anderer ..

Der Schein trügt
Liebe ist wie Drachensteigen beweißt mir ein weiteres Mal, dass man vom Cover nicht immer auf den Inhalt schließen kann, denn so richtig süß war die Geschichte nicht. Viel mehr zog sich eine traurige, verzweifelte Stimmung durch das Buch, die nur gelegentlich von etwas Süße und Leichtigkeit abgelöst wurde. In Anbetracht der Umstände, die sich in dem Buch offenbaren, auch durchaus nachvollziehbar und ich fand es spannend, diese zwei völlig unterschiedlichen Wege der Problembewältigung zu begleiten. Dass die Gefühlslagen und Reaktionen der Protagonisten für mich durchgehend glaubhaft waren und mich zu berühren wussten, entschädigte mich dann auch dafür, dass ich auf die erhoffte Portion Zucker verzichten musste.

Eine Runde Stillstand
So glaubhaft ich die Entwicklungen auch gefunden habe, hatte ich hin und wieder leider das Gefühl, dass sich alles ein wenig ziehen und wir auf der Stelle tappen würden. Viele Seiten wurden mit den Gedanken der Protagonisten gefüllt, mit ihren Ängsten und verletzten Gefühlen und irgendwann kam da einfach der Punkt, wo ich das nicht mehr lesen mochte. Nicht, weil es mir tierisch auf die Nerven gegangen ist oder es nicht glaubhaft gewesen wäre, sondern einfach, weil ich mir für Hadley und Sam eine Entwicklung nach vorne gewünscht hätte. Sie hätten es so sehr verdient gehabt.

Manchmal möchte man die Protagonisten nur in den Arm nehmen
Hadley und Sam haben es nicht leicht und das spürt man das gesamte Buch über. Beide leiden sie darunter, dass ihre Familie nur noch ein Scherbenhaufen ist, auch, wenn sie unterschiedlich damit umgehen. Während sich Hadley verschließt, ihren Vater ihre Enttäuschung und ihren Schmerz immerzu spüren lässt und sich das Gefühl von Geborgenheit außerhalb der Familie sucht, ist Sam die ganze Zeit darum bemüht, irgendwie alles am Laufen zu halten. Beide gehen sie also unterschiedlich mit ihren Familienproblemen um und dank der sowohl einfühlsamen als auch direkten Art, in der Frau Blake die Welt der beiden Teenager beschrieben hat, konnte ich sie auch beide verstehen. Neben den Protagonisten spielen natürlich ihre Eltern eine ganz wichtige Rolle und ich war entsetzt, wie nebensächlich die eigenen Kinder doch wurden. Entsetzt, wie die Prioritäten manches mal verteilt waren, auch, wenn das Verhalten vielleicht gar nicht so abwegig gewesen ist. Und dann waren da noch Kat und Ajay, die besten Freunde von Hadley und Sam und ich liebte die Szenen mit ihnen. Gemeinsam mit Sams kleine Schwester Livy schafften sie es, ein wenig Leichtigkeit auf die Seiten zu zaubern und die schweren Umstände auch mal zu vergessen.

Zusammengefasst heißt das nun
Liebe ist wie Drachensteigen ist zwar vorhersehbar und nicht so süß, wie ich es erwartet hatte, aber das machte mir weitaus weniger aus, als gedacht. Hier erwartet den Leser weder eine Liebesgeschichte auf Wolke 7 noch eine rosarote Brille, sondern zwei Teenager, die unter dem Fehlverhalten ihrer Eltern stark leiden und auf unterschiedliche Weise versuchen, damit klar zu kommen. Und mir hat die Geschichte ebenso gut gefallen wie die Charaktere und der Schreibstil, dank dem sich das Buch in kürzester Zeit weglesen lässt.


Weitere Meinungen zu dem Buch: Buchsichten | Literaturliebe | Influenza Bookosa

2 Gedanken

  • Ela Februar 21, 2017 at 19:59

    Liebe Maike,
    zunächst danke nochmal für die Verlinkung 😉
    Mit der Vorhersehbarkeit gebe ich dir absolut Recht, Überraschungen darf man hier wirklich nicht erwarten. Aber ich fand die Themenwahl und -umsetzung, eine Affäre mal aus der Sicht des Kindes zu betrachten, ziemlich gut gewählt und gelungen. Schön, dass dich das Buch ebenfalls einigermaßen begeistern konnte, auch wenn nicht es die zuckersüße Romantik-Lovestory ist 😉

    Alles Liebe, Ela

    Antworten
    • MadameLustig März 7, 2017 at 10:23

      Liebe Ela, ich gebe dir vollkommen recht. Dass das Verhalten der Eltern aus der Perspektive der Kinder dargestellt wird ist wirklich sehr erfrischend und vor allem auch sehr interessant. Viel zu oft schließt man die Augen vor der Tragweite, die jedes Fehlverhalten mit sich bringen kann.

      Ganz liebe Grüße
      Maike

      Antworten

Lass mir deine Gedanken da

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.