Was auch immer geschieht von Bianca Iosivoni

Posted on September 17, 2018

Was auch immer geschieht

Nachdem ich vor kurzem Sturmtochter – Für immer verboten gelesen habe und schwer angetan war, kam ich nicht umhin, fleißig Bianca Iosivoni Bücher zu shoppen. Neben ihrer Firsts-Reihe durfte dabei auch Was auch immer geschieht bei mir einziehen und ich freute mich so sehr auf all diese Geschichten, dass ich mich gar nicht für eins entscheiden konnte. Ich habe also abstimmen lassen und die Mehrheit von euch war ganz klar für Der letzte erste Blick. Und natürlich habe ich eurem Urteil vertraut und es mir mit dem Reihenauftakt auf dem Sofa bequem gemacht, aber Was auch immer geschieht hat mich dabei einfach nicht losgelassen, sondern immer ganz laut Hier, lies mich! geschrien. So lange, bis ich nachgegeben und beide Bücher nebeneinander gelesen habe. Das mache ich normalerweise nicht, aber meine Ungeduld hat sich gelohnt. Es war einfach nur wunderschön.

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Erschienen: November 2016 LYX Verlag | Format: Taschenbuch | Seiten: 416 | Bewertung: 4,5 von 5 Fläschchen

Meine Meinung als Podcast:


Worum geht es?

Vor sieben Jahren hat Callie ihren Vater bei einem Autounfall verloren, an dem ihr Stiefbruder Keith die Schuld trägt. Seitdem hat sie ihn nicht mehr gesehen und das ist gut so. Als sie über den Sommer nach Hause zurückkehrt, um Zeit mit ihrer Schwester zu verbringen und dort schließlich auf Keith trifft, fühlt sie sich verraten. Sie war der Meinung, dass nicht nur sie den Mann hasst, der ihren Vater auf dem Gewissen hat, sondern zumindest auch ihre kleine Schwester, doch diese hat ihm längst verziehen und schaut nach vorne. Sollte Callie das auch tun? Doch wie soll das gehen, wenn sie doch das Gefühl nicht loslässt, dass irgendwas nicht stimmt?

Colleen Hoover hat Konkurrenz bekommen!
In der Danksagung schreibt Bianca “Callie und Keith haben es mir von Anfang an nicht leicht gemacht, denn während ich einen festen Plan davon hatte, wie sich diese Geschichte entwickeln soll, hatten sie ganz andere Vorstellungen. Zum Glück haben sie sich durchgesetzt.” Und dieses zum Glück” unterschreibe ich. Ich bin unfassbar froh, dass Callie und Keith die Richtung bestimmt und ihr Ding gemacht haben und die knapp 400 Seiten genau das sind, was sie sind, denn ich liebe diese Geschichte mit jeder Faser. Meine Lesezeit war so voll mit Aufs und Abs, mit Schmunzlern, Schmerz, Tränen und Hoffnung, dass ich zwischendurch kleine Pausen einlegen und mein aufgewühltes Innerstes beruhigen musste. Es gibt nicht viele Bücher, bei denen ich den Eindruck hatte, meine Emotionen würden sich vollkommen die Kante geben und dann entweder unkontrolliert auf den Tischen tanzen oder weggetreten in der Ecke liegen, aber sowohl Colleen Hoovers Werke wie auch die von Brittainy C Cherry gehören eindeutig dazu und seitdem ich heute die letzte Seite aus Was auch immer geschieht gelesen habe, auch ganz klar dieses Buch. Was Bianca hier zusammengeschrieben hat, ist eine Geschichte so völlig ohne Drama, dafür voller Leben, Schmerz, Zerrissenheit und Liebe, dass sie mich auf einen Trip durch Höhen und Tiefen geschickt und mir Dinge an die Hand gegeben hat, die mich so schnell nicht mehr loslassen werden.

Bianca Iosivoni sollte Drehbücher schreiben
Ich habe es in meiner Rezension zu Sturmtochter – Für immer verboten ja schon geschrieben, aber ich wiederhole mich gerne: Bianca schreibt Dialoge, die süchtig machen. Kein Scherz. War das eine Gespräch vorbei habe ich direkt vorgeblättert um zu schauen, wie lange ich lesen muss, bis ich wieder in den Genuss einer tollen Unterhaltung kommen würde und auch dieses Mal muss ich sagen, dass es viel zu wenige davon gab. Die Dialoge, die Bianca schreibt, sind einfach verdammt authentisch, lebendig, voller Emotionen und Identität, dass ich fast behauten würde, sie wären die Seele ihrer Geschichten. Mit ihnen wurden Emotionen freien Lauf gelassen, Gefühle verletzt, getröstet, die Stimmung aufgelockert, gute Gefühle verbreitet. Die Dialoge haben die schwere Luft um die Figuren zum explodieren gebracht, Wunden geheilt und Herzen zusammengeschweist.

Ganz viel Liebe für die Figuren
Natürlich sind tolle, fesselnde und tief berührende Dialoge nur dann möglich, wenn auch die Figuren passen und was soll ich sagen? Sie sind perfekt. Callie ist ein verdammt starke Protagonistin, die sich nichts gefallen lässt, unabhängig ist und immer eine passende Antwort auf den Lippen hat, während sie gleichzeitig ganz tief im Inneren total zerrissen, verloren und voller Angst und Schuldgefühlen ist. Ihr Gegenpart Keith steht ihr dabei in nichts nach. Auch er ist ein Kämpfer und seelisch mehr als nur ein wenig angeknackst, doch anders als Callie hat er nichts mehr zu verlieren, weswegen er in Teilen offensiver ist und den Verlauf voranpusht. Dabei ist er allerdings nicht harsch und dominant, sondern einfach nur ein Mensch voller Hoffnung und mit Grenzen. Sehr geliebt habe ich auch Callies kleine Schwester Holly, die mich mit ihrer aufgeweckten Art sofort für sich eingenommen und nicht selten zum Schmunzeln gebracht hat.

Kurzum
Was auch immer geschieht umfasst rund 400 Seiten und ich habe so viele Lieblingsszenen und Lieblingsdialoge, dass ich eigentlich gleich hätte das gesamte Buch als einen einzigen Liebling hätte markieren können. Sturmtochter – Für immer verboten hat es mich erahnen lassen, Der letzte erste Blick hat es bestätigt und Was auch immer geschieht nun in Stein gemeißelt: Bianca Iosivoni berührt mich, fesselt mich, verzaubert mich, begeistert mich. Sie streichelt mein Herz, schickt mich durch den emotionalen Schleudergang und entlässt mich gleichermaßen fertig wie glücklich.


Weitere Meinungen zu dem Buch: Primeballerinasbooks | Ruby-Celtic testet | Golden Letters

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